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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lufthansa streicht Tausende Stellen

Eine Lufthansa-Maschine auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Corona-Krise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April bleiben rund 700 von 763 Flugzeuge des Konzerns vorläufig am Boden, wie der Konzern mitteilte.

Kaum mehr Flüge, Milliarden-Verluste: Die Corona-Pandemie stürzt die Lufthansa in eine existenzielle Krise. Nun bereitet Vorstandschef Spohr die Belegschaft auf harte Zeiten vor.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die Beschäftigen der Airline in der Corona-Krise auf harte Zeiten eingestimmt. Nach der Krise werde Lufthansa voraussichtlich eine um 100 Flugzeuge kleinere Flotte haben, die allerdings mit größeren Flugzeugen und höherer Produktivität eine vergleichbare Verkehrsleistung bringen könne, sagte der Vorstandsvorsitzende am Freitag in einer internen Botschaft an die Mitarbeiter. Daraus ergebe sich ein rechnerischer Überhang von 10.000 Mitarbeitern.

"Wir werden aber auch weiterhin alles daran setzen, so viele Mitarbeiter wie möglich an Bord zu behalten», sagte Spohr laut einer Mitteilung des Unternehmens. Bislang hatte die Lufthansa die Zahl von 7.000 Stellen genannt, die krisenbedingt wegfallen könnten. Unter anderem soll der Betrieb der Gesellschaft "Germanwings" eingestellt werden.

Spohr rechnet erst für das Jahr 2023 wieder mit einem Gleichgewicht für das Unternehmen, das dann ein anderes sein werde. "Wir waren als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen und die Luftfahrt wird mit die letzte sein, die sie verlassen wird", sagte der Lufthansa-Chef.

Eine Milliarde Euro für Zins und Tilgung

Nach der Krise rechne das Unternehmen mit zehn Prozent niedrigeren Erlösen und einer um zehn Prozent niedrigeren Auslastung, hieß es weiterhin. Man werde jährlich über eine Milliarde Euro für Zinsen und Tilgung der Kredite aufwenden müssen.

Vor Ausbruch der Pandemie hatte der größte Luftverkehrskonzern Europas weltweit rund 130.000 Mitarbeiter und 760 Flugzeuge. Der Konzern plante dabei schon vor der Corona-Krise den Verkauf der Catering-Sparte LSG Sky Chefs mit weltweit rund 35 000 Beschäftigten. Für das Europa-Geschäft mit rund 7.000 Leuten war man sich bereits mit dem Konkurrenten Gategroup einig. Das Geschäft ist aber noch nicht abgeschlossen.

Staatliche Hilfen oder Staatseinstieg

Lufthansa hatte am Donnerstag erklärt, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne. Es laufen Verhandlungen um milliardenschwere Staatshilfen. Es wird aber auch über direkte Staatsbeteiligungen diskutiert.

Dem operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten des Jahres werde im laufenden Quartal ein noch ein höheres Minus folgen, hatte das Unternehmen angekündigt. Der Konzern sei absehbar nicht mehr in der Lage, den laufenden Kapitalbedarf mit weiteren Mittelaufnahmen am Markt decken zu können.

Hinweis: In einer ersten Version hieß es, Lufthansa-Chef Spohr rechne mit dem Abbau von 10.000 Jobs. Das haben wir geändert: Laut Spohr werden es rechnerisch 10.000 zuviel sein, über den tatsächlichen Abbau wäre damit nichts konkret gesagt. Die Lufthansa hatte nach eigenem Bekunden die Aussagen zunächst unpräzise wiedergegeben.

Sendung: hr-iNFO, 24.04.2020, 18 Uhr