Die Lufthansa erholt sich ganz langsam vom Corona-Schock. Die Fluggesellschaft halbierte ihren Verlust dank mehr Reiseverkehrs und durch Stellenabbau.

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Audioseite Lufthansa halbiert Verlust im ersten Halbjahr

Flugreisende in Frankfurt beim Ausstieg aus einer Lufthansa-Maschine.
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Die Lufthansa hat sich mit den wieder möglichen Urlaubsflügen der vergangenen Monate etwas erholt. Im zweiten Quartal stand bei der Fluggesellschaft unter dem Strich bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro ein Verlust von 756 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Weitere Staatshilfe gezogen

Für das gesamte erste Halbjahr ergab sich damit ein Minus von 1,8 Milliarden Euro nach 3,6 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Airline halbierte damit jeweils den Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Konzern schnitt besser ab, als von Analysten zuvor erwartet. Die Airline nahm aber auch wieder Staatshilfen in Anspruch: Sie zog weitere 1,5 Milliarden Euro aus der Stillen Beteiligung des Bundes. Damit nutzt die Lufthansa nun vier Milliarden der angebotenen neun Milliarden Euro.

Weltweit 30.000 Stellen abgebaut

Um in der Pandemie die Kosten zu senken und durch die Krise zu kommen, wurden bislang weltweit 30.000 Stellen abgebaut und weitere sollen folgen. Aktuell zählt die Fluggesellschaft nur noch 108.000 Beschäftigte. "Dass uns bislang über 30.000 Kolleginnen und Kollegen verlassen haben, schmerzt uns alle, ist aber für die nachhaltige Rettung der über 100.000 verbliebenen Arbeitsplätze unausweichlich", sagte Vorstandschef Carsten Spohr.

Der Konzern habe im zweiten Quartal von einer "deutlichen Markterholung mit steigenden Passagier- und Buchungszahlen" profitiert, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft weiter mit. Grund dafür seien Lockerungen bei den Reisebeschränkungen sowie ein "großer Nachholbedarf bei Flugreisenden" gewesen. "Der Wunsch nach Reisen ist bei den Menschen ungebrochen."

40 Prozent des Vorkrisen-Niveaus erwartet

Die Airlines des Konzerns transportierten zwischen April und Juni sieben Millionen Fluggäste - das entsprach 18 Prozent des Vorkrisenniveaus. Die Kapazität gemessen an Personenkilometern erreichte laut Lufthansa 29 Prozent des Vorkrisenniveaus. Die Maschinen waren im Schnitt nur gut zur Hälfte besetzt.

Für das zweite Halbjahr rechnet die Lufthansa mit einer weiteren Erholung: Im dritten Quartal soll das Flugangebot auf etwa 50 Prozent des Vorkrisen-Niveaus steigen. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin damit, dass die Lufthansa ihren bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) im Vergleich zum Vorjahr verringern kann. Im Gesamtjahr dürfte die angebotene Kapazität nur etwa 40 Prozent des Vor-Corona-Jahrs 2019 erreichen. Entscheidend für den Geschäftsverlauf ist die Öffnung des nordamerikanischen Marktes. Bislang gilt für EU-Bürger weiterhin ein corona-bedingtes Einreiseverbot in die USA.

Lufthansa Cargo mit Rekordergebnis

Anders als die Passagiersparte profitierte die Frachttochter Lufthansa Cargo von der Pandemie und erzielte ein Rekordergebnis. Wegen der hohen Nachfrage nach Luftfracht und der noch immer eingeschränkten weltweiten Kapazität erwirtschaftete Lufthansa Cargo 640 Millionen Euro Gewinn im ersten Halbjahr.

Positive Beiträge lieferten dem Unternehmen zufolge auch die Lufthansa Technik mit ihrem wieder anziehenden Wartungsgeschäft sowie die zum Verkauf stehende Cateringtochter LSG mit ihrem außereuropäischen Geschäft.

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