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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Krisen-Tarifvertrag für Flugbegleiter der Lufthansa

Eine Flugbegleiterin der Lufthansa

Die Lufthansa hat mit einer ersten Mitarbeitergruppe konkrete Sparmaßnahmen in der Corona-Krise vereinbart. Vier Jahren Kündigungsschutz stehen diverse Einschnitte gegenüber.

Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Lufthansa hat sich mit ihren Flugbegleitern auf einen Krisen-Tarifvertrag geeinigt. In einer Urabstimmung der Kabinengewerkschaft Ufo haben knapp 88 Prozent der Mitglieder den Sparmaßnahmen zugestimmt, wie Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies am Samstag mitteilte.

Rund 4.000 Jobs gerettet

Ohne die Vereinbarung hätten wegen der Corona-Krise rund 4.000 Kündigungen gedroht. Auf die rund 22.000 Flugbegleiter kommen nun Nullrunden, zusätzliche Teilzeit und ausgesetzte Versorgungsleistungen zu.

Dafür gibt es laut Ufo einen Beschäftigungsschutz bis Mitte 2024. "Einschnitte von etwa 13 Prozent bei der Vergütung stehen einem vierjährigen Kündigungsschutz gegenüber", sagte Baublies dem hr.

Details noch offen

Wichtige Details zur genauen Ausgestaltung seien allerdings noch offen. Baublies verlangt vom Unternehmen zügige Gespräche und konkrete Vorschläge: "Damit das Paket jetzt wirklich rund ist, muss die Lufthana die versprochenen Abfidungsangebote aber auch Kurzarbeiteraufstockung nachlegen."

Der Ufo-Vorstand hat sich daher zusätzlich ein Mitgliedervotum geben lassen, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu Arbeitskampfmaßnahmen greifen zu können. Lufthansa kann den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen dramatisch verschlechtern sollten.

Verhandlungen mit Bodenpersonal abgebrochen

Die Flugbegleiter sind die erste Mitarbeitergruppe, mit der die Lufthansa konkrete Sparmaßnahmen vereinbart hat. Mit den Piloten hat sich Lufthansa hingegen noch nicht geeinigt und beim Bodenpersonal sogar die Verhandlungen abgebrochen.

Die Lufthansa hatte nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Stellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Nach einem weiteren Milliardenverlust im zweiten Quartal 2020 hatte Vorstandschef Carsten Spohr betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen.

Sendung: hr-iNFO, 15.08.2020, 10 Uhr