Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen
Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen Bild © picture-alliance/dpa (Archivbild)

Die Lufthansa will kräftig wachsen - aber nicht in Frankfurt. Sie zieht einen weiteren Teil ihrer Flotte ab und verbindet das mit einem Seitenhieb auf Flughafenbetreiber Fraport.

Die Lufthansa baut ihr Flugangebot in München aus und droht dem Frankfurter Flughafen mit der Verlegung weiterer Riesenflugzeuge nach Bayern. Damit reagiert Europas größte Airline auch auf die Pünktlichkeitsprobleme in Frankfurt. Die Verlagerung von fünf Airbus A380 in die bayerische Landeshauptstadt im Sommer 2018 sei bereits ein voller Erfolg gewesen, teilte die Lufthansa am Donnerstag in Frankfurt mit. Daher prüfe sie, im Jahr 2020 weitere A380 nach München zu verlegen.

Insgesamt hat die Lufthansa 14 Exemplare des weltgrößten Passagierjets in ihrer Flotte. Die Airline hat schon ihre neuen Airbus-Langstreckenjets vom Typ A350 in München angesiedelt. Auch der Großteil der Frankfurter Airbus A340-600-Flotte soll nun nach München umziehen, ebenso wie drei A320-Maschinen zur Ausweitung des Zubringerverkehrs in die bayerische Landeshauptstadt. An den Main kommen im Austausch drei kleinere Bombardier-CRJ900-Flieger. "Wir wachsen dort, wo Kosten und Qualität stimmen", sagte der für die Drehkreuze zuständige Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister.

München soll verstärkt Asien bedienen

München soll für die größte deutsche Fluglinie verstärkt zum Startpunkt für Flüge nach Asien werden. Für 2019 geplant seien mehr Verbindungen nach Seoul und Singapur, ein täglicher Flug nach Bangkok und eine Verbindung nach Osaka. Die Flüge in die japanische Stadt starten bislang in Frankfurt.

Für Frankfurt kündigt Lufthansa ebenfalls neue Destinationen an: Eilat in Israel, Agadir in Marokko, Triest in Italien und Thessaloniki in Griechenland. Sie stehen neu im kommenden Winterflugplan. Ab Mai 2019 will die Kranich-Linie erstmals nach Austin in Texas fliegen.

Seit längerem mit Fraport im Clinch

Mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und anderen Airport-Gesellschaften liegt die Lufthansa im Clinch. Hintergrund sind die teils immensen Verspätungen der vergangenen Monate. Airline-Chef Carsten Spohr will nicht nur die Kapazitäten an den wichtigsten Flughäfen und sogar im gesamten deutschen Luftraum senken lassen und damit ein erneutes Flugchaos verhindern.

Die Gesellschaft kündigte auch an, dass Lufthansa am Drehkreuz Frankfurt ihr Wachstum drosseln werde, "um die Pünktlichkeit und operationelle Stabilität zu verbessern". Das sogenannte Multi-Hub-Konzept mit vier Drehkreuzen in Frankfurt, München, Zürich und Wien erlaube der Lufthansa, auf Entwicklungen im Luftverkehr zeitnah und flexibel zu erreichen. Die Flughäfen fürchten hingegen um ihr Geschäft mit den Passagieren.

In Frankfurt will Lufthansa ihr Geschäft mit den Töchtern Swiss und Austrian Airlines im kommenden Jahr nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausweiten. Für München hat der Vorstand einen Ausbau im hohen einstelligen Prozentbereich im Auge.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.09.2018, 19.30 Uhr