Ein Kran setzt die instandgesetzte Mainfähre zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim ins Wasser
Ein Kran setzt die instandgesetzte Mainfähre zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim ins Wasser. Bild © hr

Seit Herbst 2017 hat zwischen Maintal und Mühlheim keine Fähre mehr den Main überquert. Jetzt geht das Warten für viele Menschen an beiden Ufern endlich zu Ende.

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Es war ordentlich was los am Anleger der Fähre in Maintal-Dörnigheim: Ein Kran ragte über das am Ufer aufgebockte Fährboot. Mit seiner Hilfe wurde es am Donnerstag in den Fluss gehievt. Mahir Kolbüken, der neue Betreiber der Fährverbindung, strahlte: "Ich freue mich. Wir haben eine harte Zeit hinter uns gebracht, mit viel Kampf, mit viel Unterstützung auch seitens der Bürgerinitiative, die sich da wirklich einzigartig eingesetzt hat."

Direkter Weg wieder frei

Im Oktober 2017 war die Verbindung über den Fluss gekappt worden. Dem alten Pächter hatte man damals gekündigt, wegen Sicherheitsmängeln. Dann tat sich mehr als eineinhalb Jahre wenig. Und lange war auch nicht sicher, ob die Fähre ihren Betrieb überhaupt wieder aufnehmen würde.

Die Kommunen Mühlheim (Offenbach) und Maintal (Main-Kinzig) hatten lange um eine Kostenbeteiligung gefeilscht. Dass es nun doch geklappt hat, freut Monika Glück. Die Dörnigheimerin schaute am Donnerstag am Fluss zu, wie letzte Hand angelegt wurde. "Meine Tochter wohnt in Obertshausen. So mussten wir immer außen herum über Hanau oder über die andere Fähre nach Offenbach-Rumpenheim fahren. Sie arbeitet aber hier in Dörnigheim. Und das war auch finanziell ein großer Sprung."

Wichtig auch für Schüler

Auch Dieter Winterstein kam zur Anlegestelle. Dass die Fähre bald wieder Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger über den Fluss setzt, ist auch sein Verdienst. Winterstein gehört der Bürgerinitiative an, die sich in den Städten beiderseits des Mains dafür eingesetzt hat.

Ihm geht es nicht um Nostalgie. "Es ist eine Verkehrsverbindung, die wichtig ist für Leute, die Ortstermine da drüben haben, oder für die Schüler. Die mussten große Umwege fahren. Deswegen sind wir froh, wenn die Fähre wieder fährt und die Bürger wieder rüber können", sagte Winterstein.

Knackpunkt Kostenzuschuss

Dass der Fährbetrieb über den Main lange am seidenen Faden hing, hat mit den Kosten zu tun. Erst als die Landkreise Offenbach und Main-Kinzig für die Reparatur des Bootes 50.000 Euro locker gemacht und die Städte Maintal und Mühlheim für die nächsten drei Jahre einen Betriebskostenzuschuss zugesagt hatten, war der Weg frei.

Ein Mann, der von einer Parkbank am Dörnigheimer Ufer aus beobachtete, wie die Fähre zu Wasser gelassen wurde, zeigte sich von der öffentlichen Förderung allerdings nicht begeistert: "Die Kosten hätte ich gern mal gewusst. Das ist für mich der ausschlaggebende Punkt. Ich denke, dass wir das sind, die Kleinen, die das wieder bezahlen."

Die Ein-Euro-Zeit ist vorbei

Viele Mühlheimer und Maintaler haben damit aber kein Problem, auch wenn das Übersetzen auf die andere Seite künftig ein bisschen teurer wird. Bis zur Einstellung des Betriebs 2017 war für einen Passagier mit Auto ein Euro fällig. Doch Pächter Kolbüken, ein Versicherungsmakler aus Heusenstamm (Offenbach), muss nach eigener Aussage scharf kalkulieren: "Ein Euro pro Überfahrt, das sind Preise, die sind hier nicht mehr umsetzbar. Wir werden für eine Einzelüberfahrt im Auto 1,80 Euro pro Person verlangen." Daneben soll es eine Zehnerkarte geben, mit der jede Fahrt günstiger wird.

Die erste Stammkundin ist wohl schon gefunden. Monika Glück, die Frau, deren Tochter auf der anderen Seite lebt, will sich den Rabatt nicht entgehen lassen: "Ich kauf‘ mir gleich ein Zehnerkärtchen", sagte sie am Donnerstag.

Genauer Starttermin vorerst noch ein Geheimnis

Am Samstag werden die Landräte Oliver Quilling (Offenbach) und Thorsten Stolz (Main-Kinzig) und die Bürgermeister Monika Böttcher (Maintal) und Daniel Tybussek (Mühlheim) beim Mühlheimer Ruderverein über die Wiederaufnahme des Fährbetriebs berichten.

Nächste Woche soll die Fähre dann endlich wieder ablegen. Wann genau, ist noch Betriebsgeheimnis. Es soll wohl beim Termin am Samstag gelüftet werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 04.07.2019, 16.45 Uhr