Im ÖPNV in Hessen - wie hier in Frankfurt - gilt Maskenpflicht.

30.000 Fahrgäste in Bussen und Bahnen ohne Mund-Nasen-Schutz haben die Berliner Verkehrsbetriebe innerhalb von drei Wochen gezählt. Wie wird die Maskenpflicht im hessischen ÖPNV eingehalten? Offenbar besser als in der Bundeshauptstadt, wie eine hr-Umfrage zeigt.

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zum hr-fernsehen.de Video Masken-Ärger – Angriff auf Busfahrerin in Darmstadt

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In Berlin nehmen offenbar immer weniger Fahrgäste in Bus und Bahn die Maskenpflicht ernst. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben laut Tagesspiegel nachgezählt: 30.000 Fahrgäste ohne Mund-Nasen-Schutz innerhalb von drei Wochen.

Im Vergleich zur Bundeshauptstadt verhalten sich die hessischen Fahrgäste offenbar verantwortungsvoller, wie eine hr-Umfrage ergab. Zwar konnte keiner der angefragten Verkehrsbetriebe Zahlen über Maskenverstöße nennen, aber die Erfahrungen sind aus Sicht der ÖPNV-Verantwortlichen nach mehreren Monaten Maskenpflicht ähnlich:

Die meisten Fahrgäste halten sich an die Regel, um zu verhindern, dass sich Menschen in Bussen und Bahnen mit dem Coronavirus anstecken. Zwischenfälle gibt es aber auch.

Kassel und Nordhessen: Maskenpflicht überwiegend eingehalten

In Nordhessen scheinen sich die meisten Fahrgäste an die Maskenpflicht gewöhnt zu haben. Der Sprecher des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), Armin Noll, sagt: Die Maskenpflicht werde überwiegend eingehalten, es gebe nur wenige Ausnahmen.

Gießen: Die meisten halten sich an die Pflicht

"Die meisten Fahrgäste halten sich bei uns an die Maskenpflicht", berichtet Ina Weller, Sprecherin der Gießener Stadtwerke SWG. Größere Probleme gebe es nicht. Ihr sei auch kein Gießener Fall bekannt, wo ein Fahrgast ausfallend gegenüber dem Fahrer geworden ist, weil der die Maskenpflicht durchsetzen wollte.

Frankfurt: Einzelne halten sich nicht an die Regel

Auch in Frankfurt sind laut Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) heftige Probleme wegen Maskenverstößen die Ausnahme: VGF-Sprecher Bernd Conrads erinnert sich nur an einen extremen Fall, bei dem ein Fahrgast hangreiflich wurde. Die meisten Pendler im Frankfurter Berufsverkehr seien sehr diszipliniert.

Trotzdem: "Dass Einzelne sich nicht an die Regel halten, kommt vor und ist ein Problem." Er selbst beobachte das vor allem abends und am Wochenende. In Frankfurt gibt es keine extra Maskenkontrollen, genau wie in Gießen. Dafür sollen die Fahrkartenprüfer und der Ordnungsdienst bei ihren normalen Kontrollen explizit auch auf die Maskenpflicht achten.

Wiesbaden: Busfahrer bespuckt und bepöbelt

In Wiesbaden sind es - wenn überhaupt - eher jüngere Menschen, die sorgloser mit der Maskenpflicht umgehen, sagt Christian Giesen, Eswe-Verkehr-Sprecher. Es habe auch "eine Handvoll Übergriffe auf Busfahrer" gegeben, die die Maskenpflicht durchsetzen wollten. Diese seien dann angepöbelt oder bespuckt worden.

Trotzdem: Größtenteils hielten sich die Fahrgäste an die Regel. Zur Sicherheit gebe es aber immer mal wieder Maskenkontrollen mit dem Ordnungsamt.

Darmstadt: "Extremer Einzelfall"

Einen Eklat wegen der Maskenpflicht gab es gerade erst in Darmstadt. Dort hatte am Dienstagabend eine Frau eine Busfahrerin geschlagen und verletzt. Die Frau war am Hauptbahnhof mit mehreren Begleitern eingestiegen, keiner aus der Gruppe trug eine Maske. Die Fahrerin wies die Gruppe auf die Maskenpflicht hin, später kam es dann zu dem Angriff.

Das sei aber ein extremer Einzelfall gewesen, sagt Silke Rautenberg, Sprecherin der Darmstädter Verkehrsbetriebe Heag Mobilo. "Fast alle unserer Fahrgäste tragen eine Maske und übernehmen Verantwortung für sich und andere." Trotzdem werde fast täglich zusammen mit dem Ordnungsamt kontrolliert, ob die Maskenpflicht eingehalten wird.

Ihre Kommentare Wie erleben Sie die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen?

211 Kommentare

  • Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Eine korrekt getragene Maske im ÖPNV (hier: S1/S2, Busse in Höchst/Unterliederbach) ist eher die Ausnahme als die Regel. Ebenso an den Bahnhöfen. Kaum sind die Leute aus der Tür der Bahn raus, wie die Maske abgenommen oder beim Einsteigen erst auf dem Sitzplatz halbherzig aufgesetzt.

    Ich wünsche mir mittlerweile auf jeden Fall mehr Kontrollen und auch Bußgelder - vielleicht kapieren es die Leute dann, wenn es an den Geldbeutel geht

  • Also auch ich erlebe es - muss jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit und wieder zurück fahren: Masken tragen tatsächlich die meisten. Wenn nicht, dann sehr provokativ keine, in der Regel von jungen Leuten, sorry. Aber - die Maske hängt unter dem Kinn. Oder - bei den allermeisten nur über dem Mund, nicht jedoch über der Nase. Die allerwenigsten tragen sie korrekt - über Mund und Nase. Wenn nach den Ferien die Schule wieder losgeht, fühle ich mich als chronisch mehrfach Erkrankte doch gefährdet in den dann mehr als vollen Bussen, wo keinerlei Abstand möglich ist. Beim Einsteigen in den Bus achtet eh kaum einer auf den Abstand, jeder will der erste sein, um einen Sitzplatz zu ergattern.

  • Auch ich kann bestätigen, dass nur ca. 80-90 die Masken richtig bzw überhaupt tragen. 10-20 tragen keine oder falsch.
    Der ESWE hat kein Interesse etwas zu unternehmen, da diese den Ärger und evtl Angriffe meidet.
    Man sieht ja die steigende Werte, das kommt ja auch nicht von ungefähr und überraschend da die MNS verweigere auch feiern gehen, verreisen usw..
    Sehr unsozial, aber die Behörden und Politiker greifen leider nicht durch.

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