Carlos Tavares vor einem Opel-Logo.

Der Opel-Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler haben sich auf eine Fusion verständigt. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Damit könnte einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen.

Der italienisch-amerikanische Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) und der französische Opel-Mutterkonzern PSA erklärten am Donnerstag in einem gemeinsamen Statement, sie hätten sich auf einen Fusionspakt verständigt. Nun laufen offizielle Fusionsgespräche.

Damit soll der weltweit viertgrößte Hersteller entstehen mit einem angestrebten Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen pro Jahr, wie es hieß. Durch den Zusammenschluss sollen jährlich rund 3,7 Milliarden Euro eingespart werden. Beide Unternehmen betonten, die Einsparungen sollten ohne Werksschließungen erreicht werden. Allerdings wird die angepeilte Fusion auch viel Geld kosten: PSA und Fiat Chrysler rechnen mit einmaligen Kosten von 2,8 Milliarden Euro.

Größer als der neue Auto-Riese wären nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund. Der Verwaltungsrat von PSA gab am Mittwochabend bereits grünes Licht für eine Fusion, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Erst am Mittwoch waren die Gespräche zwischen PSA und Fiat Chrysler bekannt geworden.

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Hessenschau kompakt - 16:45 Uhr - 31.10.2019
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PSA-Chef soll neuen Konzern leiten

Angestrebt wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen". PSA-Chef Carlos Tavares soll den neuen Konzern als Vorstandsvorsitzender führen. Er gilt in der Branche als harter Sanierer, was sich auch an Opel erkennen lässt. Vor gut zwei Jahren hatte PSA Opel übernommen. Unter der Führung von General Motors (GM) hatte der Rüsselsheimer Autobauer viele Jahre lang rote Zahlen geschrieben.

Die PSA-Tochter Opel arbeitet inzwischen zwar wieder profitabel, und auch der neue Astra soll in Rüsselsheim vom Band laufen. Dafür beschäftigt der Konzern aber deutlich weniger Mitarbeiter und hat Anfang Oktober vorübergehend Kurzarbeit eingeführt. Zudem wurde das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim teilweise an den Dienstleister Segula verkauft.

Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann - Enkel des langjährigen Fiat-Bosses Giovanni Agnelli - würde diese Rolle auch bei dem neuen Unternehmen einnehmen. Laut Wall Street Journal vom Dienstag sind Fiat Chrysler und PSA an der Börse zusammen rund 50 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) wert.

Frankreich begrüßt Fusionspläne

PSA führt auch die Traditionsmarken Peugeot und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati unter seinem Dach. An der Börse hatten Gerüchte bereits am Dienstagabend für kräftige Kursbewegung gesorgt.

Der Zusammenschluss der beiden großen europäischen Spieler wird vom französischen Staat wohlwollend gesehen. Am Ende könnte ein Konzern mit rund 400.000 Mitarbeitern stehen, erklärte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstag in Paris.

Fiat Chrysler wollte sich bereits im Frühjahr mit dem französisch-japanischen Hersteller Renault Nissan verbinden und den weltweit drittgrößten Autohersteller bilden. Die Gespräche scheiterten jedoch.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 31.10.2019, 19.30 Uhr