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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tarifabschluss Metall Bezirk Mitte erreicht

Demonstrierende Norma-Beschäftigte

Hessen wird den Modelltarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie weitesgehend übernehmen. Statt einer Lohnerhöhung gibt es einen Transformationsbetrag - der auch Arbeitsplätze schützen soll.

Hunderttausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bekommen mehr Geld. Die IG Metall und die Arbeitgeber einigten sich am Mittwoch bei Verhandlungen in Mainz auf eine Übernahme des jüngsten Pilotabschlusses für die Branche aus Nordrhein-Westfalen.

Die 380.000 Beschäftigten in den drei Ländern erhalten damit eine Corona-Prämie von 500 Euro im Juni, wie die IG Metall Bezirk Mitte und der Arbeitgeberverband M+E Mitte mitteilten. Im Juli erhöhen sich die Entgelte um 2,3 Prozent. Statt einer direkten Lohnerhöhung wird die Erhöhug jedoch Monat für Monat angespart und im Februar 2022 in Summe als "Transformationsgeld" in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsentgelts ausbezahlt.

Transformationsgeld statt monatlicher Lohnerhöhung

Das Transformationsgeld bleibe dann als weitere jährliche Sonderzahlung. 2023 erhöht es sich auf 27,6 Prozent des Monatsentgelts. Der Betrag könne ausgezahlt oder zum Teilentgeltausgleich bei einer Arbeitszeitabsenkung, etwa für eine Vier-Tage-Woche, verwendet werden, erklärte die IG Metall. Die Umwandlung des Geldes in Freizeit soll zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Krise dienen.

Auszubildende erhalten eine Prämie von 300 Euro. Der nun ausgehandelte Tarifvertrag gilt auch für dual Studierende während ihrer Berufsausbildung. Er hat rückwirkend zum Jahresanfang eine Laufzeit von 21 Monaten bis September 2022.

Beide Seiten zufrieden mit Einigung

Die Gewerkschaftsseite hob das Engagement der Beschäftigten für ein gutes Tarifergebnis trotz Corona-Pandemie hervor. "Mehr als 136.000 Warnstreikende im Bezirk Mitte haben dafür gestritten, die von den Arbeitgebern geforderte Nullrunde zu verhindern", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Jörg Köhlinger.

Johannes Heger, Verhandlungsführer der M+E-Mitte-Arbeitgeber, nannte den Abschluss einen "fairen und langfristig tragfähigen Kompromiss". Er schaffe langfristige Planungssicherheit und verzichte auf eine Erhöhung der Tabellenentgelte, wenngleich die Sonderzahlungen schmerzhaft seien.

In Nordrhein-Westfalen hatten sich die IG Metall und die Arbeitgeber in der Nacht zum Dienstag auf einen neuen Modell-Tarifvertrag geeinigt. Darüber verhandelten danach die Landesverbände und Gewerkschaften.

Sendung: hr-iNFO, 31.03.2021, 17.00 Uhr