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Audioseite VGH erlaubt mehr Tagebau am Badesee

Sand- und Kiesabbau am Langener Waldsee

Seit Jahren streiten Naturschützer mit dem Regierungspräsidium Darmstadt darum, ob am Langener Waldsee noch mehr Kies und Sand geschürft werden darf. Der VGH findet: Weiterer Wald darf dafür weichen.

Tagebau am Badesee: Das gibt es in Langen (Kreis Offenbach) bereits und jetzt ist klar, es darf künftig noch mehr abgebaut werden. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat eine Berufung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zurückgewiesen. Die Entscheidung fiel bereits im Februar, wie das Gericht erst am Freitag mitteilte.

Sand- und Kiesabbau am Langener Waldsee

Sand und Kies werden im Südosten des bekannten Badesees abgebaut. Um das Gebiet auszuweiten, müssten nach Angaben des BUND mehr als 60 Hektar Bannwald gerodet werden - und das ist erlaubt, wie der VGH entschied. Jahrelang hatten die Naturschützer versucht, die sogenannte Südosterweiterung zu verhindern.

Gericht: Klima- und Artenschutz sind berücksichtigt

Der BUND argumentiert, der Plan des Unternehmens Sehring verstoße gleich mehrfach gegen Artenschutzbestimmungen und das Bundesnaturschutzgesetz. Außerdem diene es nicht dem Gemeinwohl, wenn Kies und Sand im Bannwald sowie im Landschafts- und Wasserschutzgebiet abgebaut würden.

Der VGH sieht das anders: Wasser-, Klima-, Biotop- und Artenschutz seien in den Plänen berücksichtigt. Der Bannwald werde zum größten Teil nur vorübergehend genutzt, da wieder aufgeforstet werde. Deshalb hätten das Interesse an Rohstoffgewinnung und der Effekt für Infrastruktur, Wohnungsbau und Wirtschaft Vorrang.

Revision zugelassen

Ende 2015 hatte das Verwaltungsgericht Darmstadt eine Klage des BUND-Landesverbands abgewiesen. Dagegen legte der Verband Berufung ein, die nun zurückgewiesen wurde. Weil das Urteil grundsätzliche Bedeutung habe, ließ der VGH allerdings Revision zu.

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