"Eintritt ausschließlich genesen oder geimpft" steht auf einem Schild vor eine Bar.

In Hessen setzt die Gastronomie-Branche laut einer aktuellen Umfrage fast geschlossen auf 3G - geimpft, getestet, genesen. Ein Wiesbadener Wirt ist den Schritt zu 2G gegangen und wird dafür teils hart angegangen.

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Die vierte Corona-Welle ist längst nach Hessen geschwappt, am Freitag lag die landesweite Inzidenz erstmals seit Mitte Mai wieder über 100. Einen erneuten harten Lockdown hat die Politik bereits ausgeschlossen, die neue Zauberformel in Hessen heißt stattdessen 3G – geimpft, getestet, genesen.

Vielerorts wird aber bereits über 2G diskutiert, ein negativer Test würde dann nicht mehr ausreichen, um Restaurants und Kneipen zu besuchen. Hamburg hat zum Beispiel bereits ein "2G-Optionsmodell" für die Gastronomie eingeführt. Wer nur noch Geimpfte und Genesene in sein Lokal lässt, bekommt weitere Freiheiten, wie etwa höhere Kapazitäten, freie Platzwahl und geringere Abstände.

Umfrage: Wirte in Hessen gegen 2G-Regel

In Hessen gibt es diese Optionsregel derzeit nicht. Die Haltung des Gewerbes gegenüber 2G ist vielleicht auch deswegen eindeutig: Rund 76 Prozent der hessischen Gastronomen wollen 2G nicht einführen, 23 Prozent überlegen noch. Das ergab eine Umfrage des hessischen Dehoga-Landesverbands unter Restaurants, Hotels und Clubs, wie Geschäftsführer Julius Wagner dem hr sagte. Bislang haben an der Umfrage über 600 Betriebe teilgenommen.

Sollte Hessen ebenfalls ein Optionsmodell wie in Hamburg einführen, wären immerhin rund 40 Prozent bereit, 2G einzuführen. 20 Prozent würden es dann zumindest in Erwägung ziehen.

Wiesbadener Wirt bedroht

Ein Wiesbadener Wirt preschte in Hessen bereits vor: Er hat trotz fehlender Option beschlossen, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren. So gilt ab dem 13. September im Pub Roczek’s die 2G-Regel. Der Grund für diese Initiative ist recht simpel: "Wir wollen einfach sicher sein, wenn wir hier gemütlich zusammensitzen", sagt Inhaber Carlo Roczek dem hr.

Eher ungemütlich fielen die Reaktionen auf seine Initiative aus: Neben viel Zuspruch schlug Roczek auf Facebook und in anderen sozialen Medien teils purer Hass entgegen, auch Gewalt wurde ihm angedroht. "Einer hat zum Beispiel angekündigt, sich mit einem G3-Gewehr Zutritt zu verschaffen", schildert Roczek. In einem weiteren Kommentar habe ein Nutzer Prallelen zur Nazi-Zeit gezogen und ihm vorgeworfen, Umgeimpfte zu brandmarken.

"Man wirft mir vor, dass ich die Gesellschaft spalte und Menschen ausschließe", sagt Rozcek, den dieser Vorwurf besonders hart trifft. Er, der sich selbst als "divers" bezeichnet, versteht das Roczek’s als tolerante, weltoffene Kneipe, in der jeder Mensch willkommen ist. Durch 2G wolle er einfach nur wieder ein möglichst ungetrübtes "Kneipengefühl" wiederherstellen.

Ob das klappt, steht allerdings noch in den Sternen. In Hessen sind für 2G derzeit wie gesagt keine weiteren Freiheiten vorgesehen. Roczek steht deswegen in Kontakt mit dem Wiesbadener Gesundheitsamt – das Ergebnis ist noch offen.

Gastro-Verband erwartet 2G auch in Hessen

Unter den hessischen Gastronomiebetrieben ist das Roczek’s ein Exot. Dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ist kein weiteres Lokal bekannt, das diesen Schritt bislang gegangen ist.

Generell kann Dehoga-Geschäftsführer Wagner dem 2G-Modell nicht viel Gutes abgewinnen. "Wir wollen Gastgeber für alle sein und keine Menschen ausschließen", sagt er. Doch Wagner kennt auch die Realität und weiß, dass die Inzidenzen wieder steigen. Deswegen geht er davon aus, dass auch Hessens Politik bald auf 2G setzen könnte.

"Dann aber bitte mit umfassenden Freiheiten", fordert er. Mindestabstand und Maskenpflicht müssten wegfallen, sodass auch in Clubs wieder uneingeschränkt getanzt werden könne. Nur so könne eine Akzeptanz unter Gastronomen und auch in der Bevölkerung erreicht werden.

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88 Kommentare

  • Eigentlich gefährden die ungeimpften doch nur sich selbst. Das geimpfte auch ansteckend sein können wird gar nicht erwähnt. Irgendwie ist das alles nicht plausibel. Ich selber bin geimpft und bin der Meinung das das jeder für sich selbst entscheiden soll. Aber keinen Zwang und der größte Wahnsinn ist das jetzt die Kinder gezwungen werden sollen sich zu impfen obwohl ihr Risiko an Covid-19 schwer zu erkranken extrem gering ist. Dazu Kreuzimpfungen, Boosterimpfungen alles Dinge die in keiner Studie getestet wurden.

  • 2G sollte kommen
    Es gibt genügend Impfstoff - ohne Termin
    wer sich nicht impfen lässt, ist selbst schuld.
    Die ungeimpften und Impfverweigerer sollten vom öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen werden.
    Die Gaststätten und Clubs müssen endlich wieder eine Perspektive haben.
    Tanzen mit Maske und Abstand ist weder praktikabel noch umsetzbar.

  • Die meisten Restaurants machen es völlig richtig: 0G. Ich war in den vergangenen zwei Wochen in mehreren Restaurants in unterschiedlichen Städten des Rhein-Main-Gebietes. In keinem wurde ich nach irgendeinem "G" gefragt. Es interessiert sie schlichtweg nicht. Das ist die einzig richtige Antwort auf diesen Irrsinn, den weder Impfung noch Tests sind zuverlässig.

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