Nach dem Skandal 2017 sind wieder Eier, die mit dem Schädlingsgift Fipronil belastet sind, nach Hessen gelangt. Geliefert wurden sie an mehrere Lebensmittel-Discounter. Wohin genau, verriet bislang nur der Lahn-Dill-Kreis.

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Eier in einer Eierschachtel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mit Fipronil belastete Eier in Hessen

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Erneut sind mit dem Schädlingsgift Fipronil belastete Eier nach Hessen gelangt. Das bestätigte das hessische Umwelt- und Verbraucherschutzministerium. Für die Gesundheit der Verbraucher bestehe keine Gefahr, so die Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR), dafür sei die Konzentration deutlich zu niedrig.

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Stempelnummer

Konkret betroffen sind Eier mit der Stempelnummer 0 NL 4031002. Weitere Stempelnummern betroffener Eier sind dem Umweltministerium nicht bekannt.

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Die Bio-Eier seien "an eine größere Anzahl von Filialen mehrerer Discounter in den meisten hessischen Landkreisen geliefert worden", teilte das Ministerium am Mittwoch auf hr-Anfrage mit. Allerdings gehe man davon aus, dass spätestens seit Beginn der Woche keine Eier der betroffenen Lieferung aus den Niederlanden mehr in Hessen verkauft wurden. Die Veterinärämter kontrollierten derzeit "alle bekannten Vertriebswege".

Lidl- und Aldi-Süd-Filialen im Lahn-Dill-Kreis betroffen

In sechs Bundesländern sind insgesamt rund 73.000 belastete Eier in den Verkauf gelangt. Wie viele davon in Hessen verkauft wurden, ist noch unklar.

Konkret teilte beispielsweise der Lahn-Dill-Kreis mit, dass Eier der betroffenen Charge in sechs Lidl-Filialen gelandet sind. Später nannte der Kreis auch die Aldi-Süd-Filialen in Rechtenbach, Solms, Sinn und Aßlar sowie fünf Filialen in Wetzlar, an die ebenfalls Eier aus dieser Ladung geliefert wurden. Über Eier in weiteren hessischen Filialen war bis Mittwoch nichts bekannt.

Aldi Süd hatte am Dienstag ausweichend auf eine hr-Anfrage geantwortet, ob mit Fipronil belastete Eier in die Filialen gelangt seien: "Wir befinden uns in einem engen Austausch mit den zuständigen Behörden und unseren Lieferanten", schrieb eine Sprecherin. Sie verwies auf den Stempelcode, mit dem Verbraucher nachvollziehen könnten, ob sie betroffene Produkte gekauft haben.

Fipronil-Eier 2017 millionenfach vom Markt genommen

Im vergangenen Jahr waren mehrmals mit Fipronil belastete Eier gefunden worden - mehrere Millionen Eier mussten daraufhin deutschlandweit vom Markt genommen und Legehennenbetriebe gesperrt werden.

Der aktuelle Fund ist nach Angaben aus den Niederlanden eine Spätfolge der Fipronil-Krise von 2017. Offensichtlich befänden sich im Boden immer noch Reste des Stoffes, so der Sprecher der niederländischen Lebensmittelbehörde.