Kein Netz Funkloch
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Jederzeit auf dem Handy erreichbar? Das geht in Hessen nicht überall. Kurz vor der Wahl hat sich die Landesregierung mit Netzbetreibern auf einen Zehn-Punkte-Plan mit 1.100 neuen Mobilfunkstandorten geeinigt.

Wer auf dem Land lebt und arbeitet, kennt das Problem: Mitten im Satz bricht das Gespräch auf dem Smartphone ab. Der Grund: Plötzlich ist der Empfang weg, dazu ist man noch offline. Oder wie SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel jüngst twitterte: "Im Himalaya war der Mobilfunk besser als im Vogelsberg." Problematisch ist das nicht nur für Geschäftsleute, sondern auch im Notfall, wenn jemand etwa die Feuerwehr alarmieren will.

Die Situation soll sich nach dem Willen der hessischen Landesregierung schneller ändern, als zunächst vorgesehen: Durch einen zügigeren Ausbau des Mobilfunknetzes sollen bis zum Jahr 2020 die letzten Funklöcher verschwunden sein. Dazu erarbeitete Schwarz-Grün gemeinsam mit den drei größten Mobilfunkunternehmen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Germany einen Zehn-Punkte-Plan.

Neubau von 1.100 Mobilfunkstandorten geplant

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) unterzeichneten am Freitag in Wiesbaden mit den Unternehmensvertretern die Vereinbarung. Sie sieht unter anderem den Neubau von 1.100 Mobilfunkstandorten vor.

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Bisher sind nach Angaben des Landes 98 Prozent der hessischen Haushalte an das 4G-LTE-Netz angeschlossen. Das sei die drittbeste Versorgung unter den deutschen Flächenländern, teilte Al-Wazir mit. Bouffier meinte aber: "Wir wollen mehr". Damit dies gelingt, nimmt Hessen 50 Millionen Euro in die Hand und baut 300 neue Mobilfunkstandorte im ländlichen Raum, die die Unternehmen selbst aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht bauen würden.

Mobilfunkbetreiber sollen in 5G-Standard investieren

Die restlichen 800 neuen Standorte errichten die Mobilfunkbetreiber. Sie kündigten außerdem an, 4.000 weitere Standorte modernisieren zu wollen. Zudem sollen die Unternehmen in den neuen 5G-Standard investieren. Al-Wazir erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass ein 5G-Netz "unabdingbar" für das autonome Fahren sei.

Mit dem Zehn-Punkte-Plan drückt die Landesregierung wenige Wochen vor der Landtagswahl ordentlich auf die Tube. Zuletzt war laut Mobilfunkgipfel davon die Rede, dass es in drei Jahren eine 99-Prozent-Netzabdeckung geben soll. Es handelt sich allerdings zunächst noch um eine Vereinbarung und nicht um einen Vertrag. Bouffier sagte, er sei sich sicher, dass sie angesichts der Dringlichkeit auch nach der Landtagswahl Bestand haben werde.

Sendung: hr-iNFO, 28.9.2018, 17:00 Uhr