Der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann (SPD) bei der Eröffnung der IAA 2017.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann war bei der Eröffnung der Automesse IAA nicht eingeladen, eine Rede zu halten - anders als in früheren Jahren. Dabei hatte Feldmann schon eine autokritische Rede vorbereitet.

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Stellungnahme VDA
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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) habe das Protokoll kurzfristig geändert, eine Rede des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) sei bei der Eröffnung der Messe am Donnerstag nicht mehr vorgesehen, erklärte der Büroleiter des Oberbürgermeisters, Nils Bremer, am Mittwochabend auf hr-Anfrage. Zuerst hatte die Frankfurter Rundschau darüber berichtet. In der Vergangenheit hatten Feldmann und seine Vorgängerin Petra Roth (CDU) die Messe stets miteröffnet.

Der VDA erklärte demgegenüber, dass Feldmann dieses Mal nie als Redner vorgesehen gewesen sei. Die Stadt Frankfurt werde auch durch den Ministerpräsidenten Volker Bouffier vertreten, sagte ein Sprecher. Am Donnerstagvormittag wurde die Messe dann von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) offiziell eröffnet.

Feldmann wollte sich für Mobilitätswende aussprechen

Feldmann wollte in seiner Rede auch kritische Töne anschlagen: "Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs", heißt es in dem Manuskript, das dem hr vorliegt. "Wir brauchen eine Mobilitätswende, um den Klimawandel aufzuhalten", heißt es weiter.

Außerdem wollte Feldmann in seiner Rede die Teilnehmer von Demonstrationen gegen die IAA würdigen: "Als Oberbürgermeister bin ich allen, die sich an Demonstrationen beteiligen dankbar, weil es ihnen nicht vorrangig um das eigene Wohl, sondern um eine gute Zukunft für uns alle und den Kampf gegen den Klimawandel geht", heißt es in dem Redemanuskript.

Die IAA steht in diesem Jahr stark unter Beschuss - nicht nur wegen vieler Absagen von Ausstellern. Es haben sich zahlreiche Demonstrationen von Umweltaktivisten angekündigt. Allein am Samstag, dem ersten Publikumstag, werden rund 20.000 Demonstranten erwartet. An die Teilnehmer dieser Kundgebungen gerichtet, heißt es in dem Redemanuskript Feldmanns: "Sie und ihr habt zu Recht viel Sympathie und Unterstützung, sorgt mit dafür, dass es lebhaft, aber immer friedlich bleibt!" 

Ausgeladen oder nie eingeladen?

Unklar bleibt, ob die autokritischen Töne Feldmanns Anlass für eine Ausladung des Oberbürgermeisters waren oder er tatsächlich nie als Redner vorgesehen war. Der VDA-Sprecher betonte: "Die Vorstellung, dass der VDA einen Redner wegen einer kritischen Rede auslädt, ist völlig abwegig." Dem Verband zufolge sieht das erneuerte Konzept einfach keine Rede des Frankfurter Stadtoberhaupts mehr vor.

In einem Interview mit hr-iNFO bekräftigte Feldmann am Donnerstagvormittag seine Auffassung, er sei explizit ausgeladen worden. Das habe wohl an seiner Rede von vor zwei Jahren gelegen, als er ebenfalls schon autokritische Töne angeschlagen habe: "Ich hab' schon das Gefühl, dass das da nicht so gut angekommen ist", sagte Feldmann: "Ich bin nicht Anti-IAA. Mir geht es um die Inhalte und nicht darum, ob ich rede oder nicht rede."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 11.09.2019, 22.15 Uhr