Razzia bei der Deutschen Bank
Ermittler durchsuchten nicht nur die Zentrale der Deutschen Bank, sondern auch die Privatwohnung des Ex-Geldwäschebeauftragten des Instituts. Bild © picture-alliance/dpa

Nach der Großrazzia bei der Deutschen Bank kommen weitere Details ans Licht: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt nach hr-Informationen gegen den ehemaligen Geldwäschebeauftragten des Instituts - ausgerechnet wegen des Vorwurfs der Geldwäsche.

Eigentlich sollte der Geldwäschebeauftragte der Deutschen Bank Geldwäsche innerhalb des Instituts verhindern. Nach der zweitägigen Großrazzia bei der Deutschen Bank kommen nun weitere Ermittlungsdetails zutage: So hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt nach Informationen des Hessischen Rundfunks den ehemaligen Geldwäschebeauftragten des Instituts im Visier - just wegen des Vorwurfs der Geldwäsche.

Für Prävention zuständig

Staatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt, Steuerfahndung und Bundespolizei hatten Ende November zwei Tage lang unter anderem die Zentrale der Bank sowie die Privatwohnung des früheren Geldwäschebeauftragten durchsucht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, keine Verdachtsanzeigen erstattet zu haben, obwohl ausreichende Anhaltspunkte für Geldwäsche vorgelegen hätten.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen zwei namentlich bekannte Mitarbeiter der Bank sowie andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche des Unternehmens. Die Auswertung der beim BKA vorliegenden Daten aus den sogenannten "Offshore-Leaks" und den "Panama Papers" hatten die Ermittlungen in Gang gebracht. Der Verdacht: Mitarbeiter des Konzerns sollen Kunden geholfen haben, sogenannte Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen und Gelder aus Straftaten zu waschen.

Die Ermittungen beziehen sich auf einen Zeitraum ab 2013. In dieser Zeit war der Beschuldigte nach hr-Informationen lange in führender Funktion für die Geldwäsche-Prävention zuständig.

Deutsche Bank schweigt

Ob dem Beschuldigten am Ende Rechtsverstöße nachgewiesen werden können, ist noch offen. Die Bank wollte sich am Montag dazu nicht äußern. Ihr Finanzvorstand James von Moltke hatte in der vergangenen Woche erklärt, man sei sich bislang keines Fehlverhaltens bewusst.

Das sehen die Bankenaufseher anders: Die Finanzaufsicht Bafin hatte erst im September einen Sonderaufpasser bei der Deutschen Bank eingesetzt, der die internen Geldwäsche-Kontrollen des Instituts verbessern soll.

Sendung: hr-iNFO, 10.12.2018, 19:00 Uhr