Am Ufer wartet die Mainfähre nun auf Sachverständige, die die Unfallursache herausfinden sollen.

Zurück auf Los heißt es bei der Mainfähre zwischen Maintal und Mühlheim. Der Kreis Offenbach hat dem Pächter gekündigt und will den Fährbetrieb neu ausschreiben. Der war Anfang Juli nach gut eineinhalb Jahren Pause wieder aufgenommen worden. Doch gleich am ersten Tag kam es zu einem Unfall.

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Die unendliche Geschichte um die Wiederinbetriebnahme der Mainfähre zwischen Maintal (Main-Kinzig) und Mühlheim (Offenbach) geht in die nächste Runde: Der Kreis Offenbach hat dem Betreiber Mahir Kolbüken mit sofortiger Wirkung gekündigt und schreibt den Fährbetrieb neu aus. In einer Pressemitteilung, die der Landkreis am Montag veröffentlichte, war von "untragbaren Vertragsverstößen" die Rede, aufgrund derer ein "Vertrauen in eine weitere zuverlässige Zusammenarbeit" nicht mehr gegeben sei.

Personal nicht ausreichend qualifiziert

Hintergrund der Entscheidung des Kreises ist die Havarie der Mainfähre, die sich am 8. Juli - am ersten Betriebstag unter Mahir Kolbüken - ereignet hatte. Zuvor hatte der Fährbetrieb zwischen Maintal und Mühlheim anderthalb Jahre pausiert. Wenige Stunden nach Inbetriebnahme waren zwei Seile, die das Boot mit dem eigentlichen Führungseil verbinden, gerissen. Die Fähre trieb vorübergehend mitsamt Mannschaft und Passagieren manövrierunfähig über den Main.

Die Schuld für die Havarie liegt nach Ansicht des Landkreises beim Betreiber. Zwar liege der offizielle Abschlussbericht der Wasserschutzpolizei noch nicht vor, heißt es in der Stellungnahme vom Montag, doch hätten "kreiseigene Ermittlungen" ergeben, dass die Fähre ab zehn Uhr von einem Mitarbeiter ohne "gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation" geführt worden sei. Ähnliche Vorwürfe waren bereits unmittelbar nach dem Unfall geäußert worden. Der Landkreis spricht von einer "ganz erheblichen Gefährdung des Schiffsverkehrs".

Ex-Betreiber will vor Gericht ziehen

Der nunmehr ehemalige Betreiber, Mahir Kolbüken, kündigte am Dienstag im Gespräch mit dem hr an, gerichtlich gegen die Kündigung des Vertrages vorgehen zu wollen. "Das wird jetzt seinen juristischen Weg gehen", sagte Kolbüken. Besonders empöre ihn allerdings, dass er über die Entscheidung des Landkreises nicht telefonisch unterrichtet worden sei. Stattdessen habe man ihm die Kündigung am späten Montagabend einfach in den Briefkasten geworfen.

Der Auftrag für den Fährbetrieb zwischen Mülheim und Maintal muss nun erneut deutschlandweit ausgeschrieben werden. Ein Prozess, der aller Voraussicht nach mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Für die Menschen auf beiden Seiten des Mains heißt es also warten und Umwege fahren, bis die Fähre vielleicht ihren Betrieb wieder aufnimmt - oder eine Mainbrücke an selber Stelle gebaut wird. Erst vor wenigen Wochen haben die Kommunen Hanau, Maintal und Mühlheim sowie die Landkreise Offenbach und Main-Kinzig beschlossen, ein entsprechendes Projekt prüfen zu lassen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.08.2019, 11:00 Uhr