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Audioseite Wasserstoff-Bus in Wiesbaden angekommen

Ein weißer Wasserstoff-Bus mit etwas höherem Dach steht an einer Haltestelle. Auf der Anzeige steht "Wasserstoffbus H2.City Gold".

Es gab Probleme mit den Lieferanten und auch die neue Wasserstoff-Tankstelle war monatelang ohne Kundschaft. Jetzt ist - mit zwei Jahren Verspätung - der erste Bus mit Brennstoffzelle in Wiesbaden angekommen. Nur fahren kann er noch nicht.

Eigentlich sollte es schon im Sommer 2019 so weit sein: Busse mit Brennstoffzellen, betankt mit Wasserstoff, sollen Teil der ÖPNV-Flotte in Wiesbaden werden. Sogar eine Tankstelle extra für diese Busse wurde gebaut und feierlich auf dem Betriebsgelände des Wiesbadener Mobilitätsdienstleisters ESWE Verkehr eingeweiht. Nur Busse gab es nicht.

Bei der Bestellung wurde aufs falsche Pferd gesetzt. "Uns hat der Lieferant, um es mal ganz platt zu sagen, im Stich gelassen. Die Firma hielt dreimal zugesagte Liefertermine nicht ein", erklärte damals ein Sprecher von ESWE Wiesbaden. Doch das ist Geschichte. Denn: Der erste Bus ist da!

Mitfahren geht noch nicht

Am Dienstag wurde der Brennstoffzellen-Bus in Wiesbaden vorgestellt. Das Modell heißt "H2.City Gold", hat eine Brennstoffzelle von Toyota verbaut und stammt von einem neuen Lieferanten aus Portugal. Mitfahren können die Menschen in der Stadt noch nicht. Erst müssten die Busfahrerinnen und Busfahrer auf das Wasserstoff-Fahrzeug geschult werden, heißt es von ESWE, denn einiges soll anders sein als bei normalen Linienbussen.

Vor allem soll es angenehmer werden: Ähnlich wie bei den batterie-betriebenen Varianten soll die Fahrt leise und abgasfrei sein. Es soll auch weniger ruckeln, weil die Gangschaltung entfällt. Insgesamt zehn Busse haben die Wiesbadener beim Fahrzeugbauer aus Portugal bestellt.

Ein Bus steht an der Wasserstoff-Tankstelle. Auf dem Betriebsgelände der ESWE Verkehrsbetriebe in Wiesbaden ist eine Tankstelle für Wasserstoff eröffnet worden. Der Wasserstoff für den Betrieb von Linienbussen wird mit Hilfe von Windstrom aus dem Energiepark Mainz produziert.

Millionen-Fördergelder von EU und Verkehrsministerium

Die Stadt betreibt bereits über 60 Batterie-Busse, die kürzere Strecken in der Innenstadt abdecken. Die reichweitenstärkeren Brennstoffzellenbusse sollen künftig längere Strecken übernehmen: unter anderem die Anbindung nach Niedernhausen im Taunus. Nach und nach soll die gesamte Bus-Flotte in der Landeshauptstadt umgestellt werden.

Finanziell gibt es für die Wiesbadener Unterstützung: Im Rahmen eines Förderprogrammes zahlt die EU 1,95 Millionen Euro für dieses Projekt. Vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) kommen nochmal 1,685 Millionen Euro. Bis Ende November sollen die restlichen Busse folgen.

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