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Weiter keine Fernwärme im Wetzlarer Westend

Seit Monaten ist das Fernwärmenetz im Wetzlarer Westend außer Betrieb. Als die Leitungen endlich repariert werden, schöpfen die Anwohner Hoffnung. Doch nun ist das Heizkraftwerk ausgefallen.

Ein Ende des Frierens im Wetzlarer Westend schien eigentlich in Sicht: Vor Weihnachten waren die defekten Fernwärme-Leitungen geflickt worden. Zudem wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen die Betreiberfirma eröffnet.

Das Jahr 2022 hätte für die Anwohnerinnen und Anwohner noch gut ausgehen können. Doch an Silvester erreichte sie die dann eine weitere schlechte Nachricht: Das Heizkraftwerk, das die Wärme durch die reparierten Leitungen wieder liefern sollte, war defekt.

Noch rund 40 Anwohner im Kalten

Mehrere Monate hatte zu diesem Zeitpunkt schon das Fernwärmenetz im Wetzlarer Westend wegen defekter Leitungen nicht funktioniert. Rund 70 Anwohner sind seit August ohne Warmwasser und Heizungswärme; einige Haushalte hatten sich in der Zwischenzeit etwa durch Wärmepumpen Ersatz beschafft.

Die für die Reparatur zuständige Betreiberfirma EAB war abgetaucht. Nun ist das Heizkraftwerk defekt, wie der vorläufige Insolvenzverwalter der EAB mitteilte. Eine schnelle Reparatur sei nicht möglich.

"Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit"

Nach der Meldung über das defekte Heizkraftwerk herrsche "Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit" unter den Betroffenen, sagte der Anwohner Michael Becker am Montag. Noch zuvor hatten die betroffenen Haushalte gehofft, dass das Insolvenzverfahren neue Bewegung in die Sache bringen werde.

Nun kritisierte Becker den Insolvenzverwalter, einen Anwalt aus Mannheim, für die mangelnde Kommunikation. Die Betroffenen würden nicht ausreichend informiert, auch auf Nachfragen per Mail habe es bislang keine Antwort gegeben, sagte Becker.

"Kassen des Unternehmens leer"

Auf hr-Anfrage sagte ein Sprechers des vorläufigen Insolvenzverwalters, dass man sich für eine "mittelfristige Lösung" an den städtischen Energieversorger und die Stadt gewandt habe, um das Heizwerk noch in dieser Woche gemeinsam zu überprüfen. Aus eigener Kraft sei das nicht möglich und die nötigen Reparaturarbeiten nicht zu finanzieren, da "die Kassen den Unternehmens leer" seien, so der Sprecher.

Die Stadt Wetzlar hatte mitgeteilt, den Anwalt zu einem Ortsbesuch nach Wetzlar eingeladen zu haben. Die Kommune hofft, dass das Netz langfristig in städtische Hände übergeht. Die Stadt war finanziell bereits für die Reparatur der Leitungen eingesprungen.

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