Die Grafik zeigt die Arbeitslosenquoten im Vergleich: 5,7% im Juni, 5,9 % im Juli. Dazwischen ein Pfeil, der nach oben zeigt.

Die Corona-Krise lässt die Zahl der Arbeitslosen in Hessen im Juli weiter steigen, hinzu kommen saisonale Effekte. Die Arbeitsagentur hatte jedoch Schlimmeres befürchtet.

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Ein Mann misst an der Werkbank ein Metallteil.
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Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gestiegen. Im Juli waren in Hessen 7.157 Menschen mehr ohne Arbeit, als noch im Vormonat. Insgesamt hatten damit rund 204.241 Menschen keinen Job, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent.

Saisonale Effekte kommen hinzu

Die Gründe für die steigende Arbeitslosigkeit seien nach Angaben der Geschäftsführerin der Regionaldirektion, Bettina Wolf, weiterhin in der Corona-Krise zu finden. Aber auch saisonale Effekte spielten eine Rolle.

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So seien etwa mehr junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, weil sie einen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz nach ihrer Ausbildung suchten. Diese Suche gestalte sich in diesem Jahr coronabedingt aber schwieriger. In einigen Branchen bildeten die Unternehmen weniger aus, so etwa im Handel, Vertrieb und Tourismus.

Grundsätzlich seien aber alle möglichen Personengruppen von Arbeitslosigkeit betroffen - ob jung oder alt, Mann oder Frau, mit oder ohne Migrationshintergrund.

Anstieg geringer als befürchtet

Allerdings sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli "deutlich geringer" ausgefallen als befürchtet, sagte Wolf. Als Hoffnungsschimmer möchte sie diese Entwicklung aber nicht begreifen, dafür sei die Ungewissheit für die kommenden Monate zu groß.

Zudem werde die Zahl der Insolvenzen in der nächsten Zeit noch weiter ansteigen. Das könne die Regionaldirektion jetzt schon in ihren Büchern erkennen. "Da kommt noch etwas auf uns zu", prophezeite Wolf.

Bisher habe die Kurzarbeit aber vielen Menschen in Hessen noch den Arbeitsplatz sichern können, so Wolf. Diese Tendenz werde auch weiterhin anhalten und gebe Anlass zu ein wenig Hoffnung.

Sendung: hr-iNFO, 30.07.2020, 10.00 Uhr