Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found RMV stellt Prognose-Software vor

RMV S-Bahn Hauptwache

Mit Big-Data will der Rhein-Main-Verkehrsverbund überfüllten Bussen und Bahnen entgegen wirken. Über das Internet sollen sich Kunden schon vor der Fahrt über die Auslastung von Verbindungen informieren können - und gegebenenfalls umplanen.

Wer viel mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, den beschleicht oft schon beim Einsteigen ein mulmiges Gefühl. Denn nicht selten sind in der Rush Hour die Busse und Bahnen gestopft voll. Das ist auch ohne Corona schon unangenehm genug - in Pandemie-Zeiten kann es sogar gefährlich werden.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verspricht Abhilfe. Ab September soll eine Prognose-Software schon vor Fahrtantritt anzeigen, wie voll es auf der jeweiligen Verbindung wird. Mit Piktogrammen stellt die mobile Webseite des RMV die geschätzte Auslastung einer bestimmten Verbindung dar - und schlägt gegebenenfalls Alternativen vor.

Millionen Abfragen als Datenbasis

Das Programm wurde nun in Frankfurt vorgestellt. Die Daten stammen laut RMV aus täglich über zwei Millionen Verbindungsabfragen, dem Handy-Ticketverkauf sowie einem automatischen Fahrgastzählsystem (AFZS), mit dem derzeit in Frankfurt 56 U- und Straßenbahnen sowie 59 Busse ausgestattet sind. Anders als der Fernverkehr kann der Nahverkehr nämlich nicht auf Reservierungsdaten zugreifen.

"Unser oberstes Ziel ist, dass unsere Fahrgäste auch zu Zeiten von Corona mit einem sicheren Gefühl in Bus und Bahn einsteigen", sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat laut einer Mitteilung. Mit der Auslastungsprognose könnten Fahrgäste ihre Fahrt im Nahverkehr noch besser planen. "Damit sind wir in Deutschland Vorreiter", so Ringat.

Big Data macht es möglich

Das Pilotprojekt hätten RMV, die Frankfurter Verkehrsgesellschaften VGF und traffiQ sowie der Auskunftsspezialist HaCon nach Zuspitzung der Corona-Krise innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt, teilte der RMV mit. Die nicht personenbezogenen Informationen seien datenschutzrechtlich geprüft und als unbedenklich eingestuft worden.

Nach Worten von Steven Ahlig, dem Leiter der Geschäftsentwicklung von HaCon, kommen bei den Vorhersagen verschiedene Big-Data-Technologien und selbstlernende Algorithmen zum Einsatz. Mit wachsender Datenmenge sollen die Prognosen in der Zukunft immer präziser werden. Die jetzige Datenlage sei aber bereits ein vielversprechender Start, sagte Ringat.

Weitere Datenquellen sollen Vorhersage verfeinern

Laut RMV berücksichtigt der selbstlernende Algorithmus auch externe Umstände, wie Baustellen und Termine von Großveranstaltungen. Mittelfristig will der Verkehrsverbund weitere Datenquellen, etwa zu Störungen und Ausfällen, in die Prognose integrieren.

Die Auslastungsprognose ist ab September auf der mobilen Verbindungsauskunft des RMV verfügbar. Diese ist aber auch auf Desktop-PCs über die Adresse "m.rmv.de" erreichbar. Bis zum Ende des Jahres sollen die Prognosen auch in der RMV-App angezeigt werden.

Sendung: hr1, 13.08.2020, 17 Uhr