Umleitung an der A44 bei Kassel
Von der rechten Spur geht es direkt zur A49. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem zweiten schweren Unfall an der Lkw-Waage auf der A44 bei Kassel innerhalb weniger Tage reagiert die Verkehrsbehörde Hessen Mobil: Eine neue Verkehrsführung zwingt den Schwerverkehr aus Richtung Dortmund jetzt auf die A49.

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Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil hat Konsequenzen aus zwei schweren Lkw-Unfällen gezogen, die sich in den letzten Tagen auf der A44 an einer Lkw-Waage bei Kassel ereignet haben. Damit Laster den für den Schwerverkehr eigentlich gesperrten Streckenabschnitt gar nicht erst befahren können, ist die Verkehrsführung geändert worden.

Seit Dienstagnachmittag wird am Kreuz Kassel-West der aus Richtung Dortmund kommende Verkehr von der rechten Fahrspur direkt auf die A49 geleitet, wie Hessen Mobil mitteilte. Dazu wurden nach Angaben eines Sprechers zunächst Warnbaken aufgestellt. In den nächsten Tagen würden diese durch Betonleitwände ersetzt. Wann genau, könne er noch nicht sagen.

Zwei Unfälle innerhalb kurzer Zeit

Zwischen dem Kreuz Kassel-West und dem Dreieck Kassel-Süd war am Montagabend ein Lkw auf Betontrennwände aufgefahren, die im Bereich einer Lkw-Waage den Fahrbahnverlauf vorgeben. An dem Sattelschlepper riss der Unterboden, Öl trat aus. Es war der zweite Unfall dieser Art innerhalb weniger Tage.

Bereits am vergangenen Samstag war ein Sattelschlepper auf die Betonwände gefahren. In beiden Fällen blieben die Fahrer unverletzt, doch neben den hohen Schäden sorgten die Unfälle für massive Verkehrsprobleme. Mehrfach wurde die Autobahn gesperrt.

Zunehmender Schwerverkehr setzt Brücke zu

Dabei dürfen Lkw schon seit längerem nicht mehr auf dem Abschnitt zwischen dem Kreuz Kassel-West und dem Dreieck Kassel-Süd fahren. Denn dort wird die Bergshäuser Brücke derzeit verstärkt, weil sie dem zunehmenden Schwerverkehr nicht mehr gewachsen war. Bis Ende April sollen die Arbeiten noch dauern.

Weil viele Trucker das Verbot jedoch missachteten, war vor gut einer Woche auf dem Abschnitt die Waage installiert worden, die Verstöße sofort feststellt und meldet, damit die Laster noch vor der Brücke von der Autobahn geleitet werden können.

Potenzielle Gefahrenstelle

Doch die gut gemeinte Maßnahme entpuppte sich als potenzielle Gefahrenstelle. Immer wieder komme es dort zu gefährlichen Situationen, sagte ein Sprecher der Kasseler Polizei. So versuchten etwa Verkehrsteilnehmer, in Staus zu wenden oder rückwärts zu fahren.

Die Zwangsableitung am Kreuz Kassel-West soll die Situation entschärfen. Theoretisch könnten Lkw sich auch weiterhin der Brücke nähern, wie der Sprecher von Hessen Mobil bestätigte - dann nämlich, wenn sie nicht wie vorgeschrieben auf der rechten Spur fahren. Die vier Millionen Euro teure Lkw-Waage bleibt deshalb bis zum Ende der Brückenarbeiten an ihrem Platz.

Sendung: maintower, 15.01.2019, 18.00 Uhr