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Audioseite RMV stellt neuen Fahrplan vor

RMV Kombo Bahn/ Fahrkartenautomat

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund ändert seinen Fahrplan. IC-Züge sollen bald in Bad Nauheim, Wetzlar und Dillenburg halten. Weitere Änderungen in unserer Übersicht.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ändert seinen Fahrplan. Mehr Kapazitäten versprach der ÖPNV-Betreiber am Dienstag in Frankfurt. Neu dabei: IC-Züge in Mittelhessen und Busse der X-Linie, die unter anderem das Umland mit Frankfurt und Marburg verbinden.

Rhein-Main: Frankfurt | Bad Nauheim | Erlensee
Mittelhessen: Wetzlar | Marburg | Alsfeld | Main-Lahn-Bahn
Südhessen: Odenwaldbahn

30 Prozent mehr Fahrgäste bis 2030

Der geänderte Fahrplan hat ein Ziel: Das Angebot soll größer werden. Mehr Menschen sollen auf Bus und Bahn umsteigen - auch im ländlichen Raum. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: "Wir vom RMV haben das ehrgeizige Ziel, 30 Prozent mehr Fahrgäste bis 2030 für den ÖPNV zu gewinnen, um unseren Teil zur Erreichung der Klimaziele beizutragen. Das geht nur mit mehr Platz.“

Der RMV rechnet mit steigender Nachfrage auf nahezu allen Strecken. Dafür soll viel gebaut werden. Ringat sprach von einem Jahrzehnt des Bauens - nicht nur im RMV-Gebiet: Die DB Netz AG werde auf mehreren Strecken die Signaltechnik grundhaft erneuern. Außerdem bereite sich der Bund auf umfangreiche Ausbaumaßnahmen im Fernverkehrsnetz vor.

Die Änderungen im Detail:

Frankfurt und Rhein-Main

  • Mit sogenannten X-Bus-Linien sollen Pendler aus dem Umland schneller in die Stadt kommen. Besonders stolz sei man auf die X95-Linie. Sie verbindet Büdingen, Erlensee und Frankfurt. So entsteht zwischen Erlensee und Frankfurt-Enkheim eine Busverbindung, die über eine halbe Stunde schneller ist als bisher. In lediglich 28 Minuten kämen Pendler so nach Frankfurt. "Fast so schnell wie eine Fahrt mit dem Auto", teilte der RMV mit.
  • Die Main-Lahn-Bahn (fährt von Frankfurt bis Eschhofen bei Limburg) bekommt zusätzliche Fahrzeuge und soll so ab 2022 mehr Menschen von A nach B bringen können.
  • Die Deutsche Bahn bringt mit dem IC34 eine neue Verbindung von Frankfurt nach Münster (Westfalen). Die Strecke führt durch Mittelhessen und beschert einigen Städten eine IC-Anbindung. Mehr dazu unter dem Punkt "Mittelhessen".

Mittelhessen

  • Bad Nauheim, Wetzlar und Dillenburg erhalten Anschluss an den IC-Verkehr. Die IC34-Strecke (Frankfurt-Münster) soll die mittelhessischen Orte ans IC-Netz anbinden, alle zwei Stunden soll der Zug verkehren. Um auch Gießen und Weilburg anzubinden, schafft der RMV mit der Linie RE24 eine neue Verbindung über Wetzlar: Dort können Fahrgäste dann in den IC einsteigen.
  • Anfangs (bis zur Fertigstellung des S-Bahn-Ausbaus der S6 im Wetteraukreis) wird dieser IC Regionalverkehr-Trassen nutzen und wirkt sich demnach alle zwei Stunden auf den Fahrplan der Regiozüge RB95 und RE99 aus. Der RE99 übernimmt dann für den Regiozug RB95 die Halte zwischen Siegen und Dillenburg.
  • Die Buslinie X35 (Alsfeld-Marburg) soll Fahrgäste aus Alsfeld mehr als eine Stunde schneller als bisher ans Marburger Klinikum bringen.

Südhessen

  • Odenwaldbahn: Die Strecke, die die Odenwald-Orte Erbach, Michelstadt und Bad König mit Hanau und Darmstadt verbindet, wird besser ausgestattet. Auch hier sollen ab 2022 mehr Fahrzeuge zur Verfügung stehen, die dementsprechend mehr Menschen transportieren können.

On-Demand-Shuttles werden mehr

Die im Januar 2021 eingeführten On-Demand-Shuttles sollen in weiteren Orten fahren. Die Shuttles sind Autos, die emissionsfrei fahren und per App gebucht werden können - ähnlich wie ein Taxi. Der RMV koordiniert die Shuttles über mehrere Landkreise hinweg und hatte nach eigenen Angaben bislang rund 82.000 Fahrgäste.

Derzeit sind in Limburg, im Kreis Offenbach, Taunusstein, Darmstadt und im Frankfurter Norden On-Demand-Shuttles des RMV unterwegs. Im Laufe des Jahres 2022 sollen auch Hofheim, Kelsterbach, Wiesbaden, Hanau und im Landkreis Darmstadt-Dieburg dazu kommen.