Zwei Männer in gelben Sicherheitswesten gehen in Rüsselsheim am Stammwerk von Opel vorbei
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Opel muss in seinem Entwicklungszentrum 2.000 Stellen auslagern. Die Beschäftigten könnten zu gleichen Bedingungen zum Dienstleister Segula wechseln. Doch die meisten verlassen lieber das Unternehmen als Vorruheständler oder mit Abfindung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 1.340 Opelaner verlassen das Entwicklungszentrum

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Die Mitarbeiter des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim hatten sich in den vergangenen Wochen mit einer schwerwiegenden Entscheidung herumzuschlagen. Denn das Zentrum wird in Teilen an den französischen Ingeniur-Dienstleister Segula abgegeben - samt Belegschaft.

Tarifvertrag garantiert Opel-Bedingungen

Rund 2.000 Stellen will Opel auf diese Art abbauen. Den Beschäftigten wurde deshalb ein Wechsel nahegelegt. Segula hatte dazu sogar noch vor kurzem einen Haustarifvertrag mit der IG Metall geschlossen, der den Mitarbeitern die gleichen Arbeitsbedingungen wie bei Opel garantieren soll. Selbst der Arbeitsplatz in Rüsselsheim bleibt für viele gleich.

Alternativ konnten sich die Opelaner bis Dienstag entscheiden, eine Abfindung oder eine Vorruhestandsregelung in Anspruch zu nehmen. So war es im März mit dem Betriebsrat vereinbart worden. Und dafür haben sich nun 1.340 Beschäftigte entschieden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte und damit einen Bericht der Wirtschaftswoche bestätigte.

Kaum einer will zu Segula

Aus Sicht der IG Metall im Betriebsrat ist dies ein klares Votum gegen den Teilverkauf. Sie forderte, die Verhandlungen mit Segula im Interesse des Betriebsfriedens sofort zu stoppen.

Gerade einmal 140 Opelaner hatten sich bereit erklärt, zu Segula zu wechseln. Für die, die bei Opel bleiben wollen, heißt dies, dass die Geschäftsführung nun mehr als 500 für den Wechsel bestimmen wird. Für sie besteht die Möglichkeit eines finanziellen Ausgleichs nicht mehr. Gehen sie nicht zu Segula, droht ihnen die betriebsbedingte Kündigung.

Segula will im August mit 1.000 Arbeitskräften starten

Opel nannte den Teilverkauf an Segula am Mittwoch einen "Meilenstein", der nachhaltig hochqualifizierte Arbeitsplätze in Rüsselsheim sichere. Die Entwicklung zukünftiger Opel-Modell werde weiter am Standort erfolgen.

Segula glaubt, den Betrieb im Entwicklungszentrum und am Prüffeld in Rodgau (Offenbach) schon Anfang August mit rund 1.000 Mitarbeitern aufnehmen zu können. Es lägen bereits 380 Bewerbungen von Opelanern sowie knapp 700 weitere von externen Arbeitskräften vor. In den nächsten zwei bis drei Jahren will Segula die Beschäftigtenzahl in Hessen verdoppeln.

Sendung: hr4, 22.05.2019, 18 Uhr