Testfahrt in Schrittgeschwindigkeit: Oberleitungs-Laster auf der A5

Auf der ersten Teststrecke in Deutschland für spezielle Lastwagen mit Stromabnehmern ist erstmals ein E-Lkw gefahren. Los ging der Test allerdings noch im Schneckentempo.

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Die ersten Oberleitungs-Lkw fahren auf der A5
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Am Dienstagabend war erstmals ein Oberleitungs-Hybrid-Lkw auf der Oberleitungstrasse auf der A5 in Südhessen unterwegs. Damit hätten die Funktionstests für die anstehende Inbetriebnahme auf der Autobahn begonnen, sagte eine Sprecherin der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil.

Zunächst werde nun auf Testfahrten geprüft, ob alles richtig funktioniere. Weil der Lkw anfangs nur Schrittgeschwindigkeit fahren kann, wurden die Tests auf der normalerweise dicht befahrenen A5 im Abschnitt zwischen dem Frankfurter Flughafen und Darmstadt in die Abend- und Nachtstunden gelegt.

Nutzbetrieb ab Mitte 2019

Von Mitte 2019 an sollen dann Speditionen mit den speziellen Fahrzeugen die auf beiden Autobahnseiten je fünf Kilometer lange Strecke mit Oberleitung nutzen. Mit der von Siemens gebauten Anlage wird das Zusammenspiel von Oberleitungs-Hybrid-Lkw mit den anderen Fahrzeugen im Verkehr getestet. Mit den Bauarbeiten war im März begonnen worden.

E-Lastwagen können während der Fahrt ihre Batterien aufladen, um nach Verlassen der Autobahn möglichst lange mit Strom fahren zu können. Die Fahrzeuge müssen während der Autobahnfahrt nicht auf der Oberleitungsspur bleiben, sie können sich etwa zum Überholen abkoppeln und anschließend wieder ankoppeln.

Der Versuch soll voraussichtlich bis 2022 dauern. Auch in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind Feldversuche geplant. Das Projekt "ELISA" (Elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen) soll dazu beitragen, Abgase zu reduzieren. Der Bund fördert die Planung und den Bau des Projekts in Hessen mit 14,6 Millionen Euro.