Ist das Müll? Kann das weg? Obike-Leihrad in Frankfurt
Ist das Müll? Kann das weg? Ein Obike-Leihrad in der Frankfurter Schillerstraße. Bild © hessenschau.de

Was denn nun? Entgegen jüngsten Ankündigungen sollen die 1.200 Obike-Leihräder nun doch nicht aus Frankfurt abgezogen werden. Der Firmenchef spricht von einem Missverständnis. Aktivisten rufen derweil zum "Befreien" der Räder auf.

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Der Wirbel um die Leihräder der angeschlagenen Firma Obike geht weiter. Eigentlich hatte das aus Singapur stammende Unternehmen nach Angaben des Frankfurter Verkehrsdezernats schon im Juni seinen Rückzug angekündigt. Doch nun scheint plötzlich alles ganz anders, wie Obike-Gründer Shi Yi dem Handelsblatt erklärte: "Wir haben nie gesagt, dass wir die Stadt verlassen werden", wird er zitiert. Offenbar habe man da im Rathaus etwas gründlich missverstanden, so der Jungunternehmer.

In einer Mitteilung versicherte Obike seinen Nutzern, dass die Kaution in Höhe von 79 Euro nach Aufforderung erstattet werde. Darüber hinaus soll ab nächster Woche keine Kaution mehr für die Nutzung der Räder in Deutschland erhoben werden.

Die Stadt weiß von nichts

Im Römer herrscht nach der neuesten Wendung Schulterzucken. Man habe von den Aussagen des Firmenchefs nur durch die Berichterstattung erfahren, heißt es dort. Erst zu Wochenbeginn gab das Verkehrsdezernat an, zuletzt am 4. Juli mit Obike Kontakt gehabt zu haben. Da habe das Unternehmen angekündigt, eine Firma beauftragen zu wollen, die die Räder einsammle.

"Während des Sommers müssten die Räder noch aus dem Stadtgebiet verschwinden", hatte Dezernatssprecher Stefan Lüdecke angekündigt. Nun wolle man Obike, das an seinem Stammsitz in Singapur kürzlich Insolvenz angemeldet hatte, in der nächsten Woche erneut anschreiben, versprach Lüdecke.

Anleitung zum Klauen

In Frankfurt gibt es derzeit etwa 1.200 der gelb-grauen Räder in der Stadt - teils stehend, teils liegend, je nach Zustand. Viele der Fahrräder sind stark beschädigt. Wie es nun mit ihnen weitergeht, bleibt abzuwarten. Ein Vorschlag der Initiative LibreBike dürfte wohl kaum mehrheitsfähig sein: Die Aktivisten wollen die Räder "befreien" und liefern dazu sogar eine Anleitung zum Knacken der Schlösser.

"Wir sind der Meinung, dass Fahrräder zur öffentlichen Infrastruktur gehören sollten", teilen sie auf Nachfrage von hessenschau.de mit. Jeder, der gerade ein Fahrrad benötige, solle auch eines verwenden können. Entsprechend handele es sich dabei auch nicht um Diebstahl, so die Initiatoren. Die Polizei dürfte das ein wenig anders sehen. Obike-Gründer Shi Yi wahrscheinlich auch.