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Viele Waldflächen in Hessen, wenig Windkraft

Wie umweltbewusst verhalten wir uns in Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern? Eine hr-Datenrecherche zu den Themen Verkehr, Müll, Flächennutzung, Energie und Treibhausemissionen zeigt: In einigen Bereichen liegt Hessen vorne, in anderen gibt es Nachholbedarf.

Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Stürme und Überschwemmungen richten Zerstörungen an: Die Auswirkungen der Klimakrise werden mittlerweile immer deutlicher sichtbar. Der Klimawandel und die nachhaltige Entwicklung sind deshalb die großen Themen unserer Zeit.

Aber wie nachhaltig verhalten wir uns in Hessen eigentlich, und wie stehen wir im Vergleich mit anderen Bundesländern da?

In diesen fünf Kategorien haben wir Daten geprüft und verglichen:

Verkehr

Bei der Nutzung von reinen Elektroautos schneidet Hessen im Bundesländer-Ranking recht gut ab: 1,2 Prozent aller Autos in Hessen waren 2021 Elektroautos (Hybridfahrzeuge nicht eingerechnet). Damit erreicht unser Bundesland Platz fünf im Vergleich. Hamburg führt das Ranking mit einem Anteil von 1,4 Prozent an. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo nur 0,5 Prozent der Autos Elektroautos sind.

Schlechter sieht es bei der Fahrradnutzung in Hessen aus. Der Fahrradanteil am Verkehrsaufkommen lag 2017 bei 8 Prozent. Damit landet Hessen auf dem achten von insgesamt zehn Plätzen. Noch schlechter schneiden nur Thüringen (7 Prozent) und das Saarland (3 Prozent) ab.

Absoluter Spitzenreiter ist Bremen, dort beträgt der Fahrradanteil am Verkehrsaufkommen 21 Prozent.

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Unter die Top drei schafft es Hessen bei den Fahrgästen im Nahverkehr. 2020 fuhr jeder Bürger im Durchschnitt 205 Mal mit Bus oder Bahn. Noch mehr Fahrten erreichten nur die Einwohner der Stadtstaaten Hamburg (264 Fahrten) und Berlin (291 Fahrten). Die wenigsten Fahrten pro Einwohner gab es in Schleswig-Holstein (37 Fahrten).

Müll

Beim Aufkommen von Haushaltsmüll landet Hessen im Mittelfeld und belegt Platz acht. Der Haushaltsmüll, zu dem etwa Haus- und Sperrmüll, Wertstoffe und Biomüll zählen, lag 2019 bei 448 Kilogramm pro Person.

Den wenigsten Haushaltsmüll gab es hingegen in Sachsen (339 Kilogramm pro Person), den meisten in Rheinland-Pfalz (525 Kilogramm pro Person).

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In Hessen gibt es prozentual am wenigsten "gefährlichen Müll". Das ist Sondermüll, der laut Umweltbundesamt "eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellt". Zu diesem Müll zählen etwa Lösungsmittel, Laborchemikalien oder Krankenhausabfälle.

Der Sondermüll-Anteil an den gesamten Abfällen lag 2019 bei 2,5 Prozent. Besonders viel Sondermüll gab es im selben Jahr in Berlin, hier lag der Anteil bei 12,5 Prozent.

Flächennutzung

In Hessen gibt es verhältnismäßig viele Waldflächen. Der prozentuale Anteil an der gesamten Bodenfläche lag 2020 bei 40 Prozent. Damit landet Hessen auf Platz zwei, nach Rheinland-Pfalz (41 Prozent). Besonders wenige Waldflächen prozentual hat Bremen (1 Prozent).

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Ebenfalls Platz zwei belegt Hessen beim ökologischen Landbau. 15 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen wurden 2020 für Öko-Landbau genutzt. Ein besserer Ergebnis erzielte lediglich das Saarland (18 Prozent). Die wenigsten Flächen für Öko-Landbau gab es in Niedersachsen (5 Prozent).

Energie und Strom

Bei der Nutzung von Windkraft als Energiequelle landet Hessen im unteren Mittelfeld, nämlich auf Platz elf. Die Leistung betrug 2021 rund 109 Kilowatt je Quadratkilometer.

Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Bremen lag die Leistung bei 479 Kilowatt. Führend bei der Windkraft sind vor allem die Bundesländer mit Küstennähe. Dort stehen sogenannte Offshore-Windparks im Küstenvorfeld der Meere. Den niedrigsten Wert hatte Berlin mit 26 Kilowatt.

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Auch beim Ökostrom in Unternehmen belegt Hessen einen der mittleren Plätze. Etwa 23 Prozent der hessischen Unternehmen produzierten 2021 Ökostrom, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt.

Die prozentual meisten Unternehmen, die Ökostrom produzieren, gab es in Bayern (29 Prozent), die wenigsten in Hamburg (11 Prozent).

Treibhausgasemissionen und Rohstoffe

Bei der Emission von Treibhausgasen belegt Hessen einen der Spitzenplätze. Hier wurden im Jahr 2018 pro Einwohner 6,29 Tonnen ausgestoßen. Weniger und damit für die Umwelt besser war es nur in Berlin (4,23 Tonnen pro Einwohner). Einen etwa viermal so hohen Wert wie Hessen verzeichnete dagegen Brandenburg. Hier waren die Treibhausgasemissionen mit 25,5 Tonnen pro Einwohner mit Abstand am höchsten.

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Im hinteren Mittelfeld ist Hessen beim Rohstoffverbrauch. Über 67 Millionen Tonnen Rohstoffe verbrauchte das Bundesland 2019. Dabei handelt es sich um sogenannte abiotische Rohstoffe, die nicht aus oder von Lebewesen stammen. Beispiele dafür sind Baumaterialien oder fossile Energieträger.

Der Spitzenreiter Berlin verbrauchte nur knapp acht Millionen Tonnen Rohstoffe. Schlusslicht Baden-Württemberg verbrauchte 137 Millionen Tonnen.

Weitere Informationen

Woher kommen die Daten?

Verkehr:
Fahrräder - Quelle: infas, DLR, IVT: Mobilität in Deutschland 2002, 2008 und 2017, im Auftrag des BMVI - Zahlen von 2017
Elektroautos - Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, eigene Berechnungen - Zahlen vom 1. Oktober 2021
Fahrgäste im ÖPNV - Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen - Zahlen von 2020

Müll:
Haushaltsmüll - Quelle: Statistisches Bundesamt - Zahlen von 2019
Gefährlicher Müll - Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen - Zahlen von 2019

Flächennutzung:
Waldflächen - Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen - Zahlen von 2020
Ökologischer Anbau
- Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen - Zahlen von 2020

Energien und Strom:
Windkraft - Quelle: Deutsche Windguard - Zahlen vom 31.12.2021
Ökostrom
- Quelle: Meinungsforschungsinstitut Civey, Zahlen von 2021

Treibhausgasemissionen und Rohstoffe:
Treibhausgasemissionen - Quelle: Statistisches Bundesamt - Zahlen von 2018
Rohstoffverbrauch - Quelle: Statistisches Bundesamt - Zahlen von 2019

Ende der weiteren Informationen