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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hohe Einnahmeverluste bei Bus und Bahn

Linienbus in Frankfurt

Corona hat ein Loch in die Kasse des öffentlichen Nahverkehrs in Hessen gerissen. Weil die Menschen seltener unterwegs sind, haben Bus und Bahn bis zu 550 Millionen Euro weniger eingenommen - und es könnte so weitergehen.

Mehr als eine halbe Milliarde Euro weniger haben Bus und Bahn in Hessen während der Pandemie eingenommen. So lauten die bisherigen Schätzungen, wie Verkehrs-Staatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) am Mittwoch mitteilte. Fehlende Ticketverkäufe haben demnach ein Loch von 500 bis 550 Millionen Euro für 2020 und 2021 in der Kasse hinterlassen. Vor allem die Einzelfahrten fehlen.

Weniger Veranstaltungen, mehr Homeoffice

Fußballspiele und viele andere Veranstaltungen fanden in der Pandemie nur eingeschränkt oder gar nicht statt. Das habe sich auf die Ticketkäufe niedergeschlagen, sagte der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat. Fahrgäste, die sonst Tageskarten oder Einzelfahrscheine kauften, seien weggefallen. Geblieben seien Stammkundinnen und -kunden mit Abonnements wie Jahreskarten. Auch wenn inzwischen wieder mehr Freizeitaktivitäten möglich sind: Der Trend könnte für den ÖPNV schlecht bleiben, meint Ringat.

Vor 2023 oder 2024 würden voraussichtlich nicht die vollen Einnahmen erreicht. Um danach das für die Mobilitätswende nötige Wachstum zu erzielen, sei weiter Unterstützung der Politik nötig. Vergangenes Jahr hatte der ÖPNV in Hessen nach Angaben der Landesregierung 257 Millionen Euro Verlust gemacht, die von Bund und Land ausgeglichen worden seien.

Wichtig dürfte für den ÖPNV auch die Entwicklung der Arbeitswelt nach Corona werden: Sollte sich der Trend zum Homeoffice durchsetzen, würden Fahrgäste wegbleiben, so Ringat. Diese müssten dann für Fahrten in ihrer Freizeit gewonnen werden.

RMV will mit Flatrates gegensteuern

Der RMV experimentiert wie andere Verkehrsverbünde dazu mit flexibleren Angeboten, etwa einem Prepaid-Rabatt auf Einzelfahrten. Dieser soll demnächst versuchsweise auch auf Tageskarten gelten, sagte der RMV-Chef. Zudem soll das Flatrate-Angebot weiter steigen, etwa durch leichtere Zugangsbedingungen für das Jobticket.

Der Vorstandsvorsitzende von DB Regio, Jörg Sandvoß, sagte, die Auslastung liege derzeit bei 60 bis 65 Prozent. Seit Mitte Mai gebe es jede Woche einen Zuwachs um 1,5 Prozent. Nun müsse dafür gesorgt werden, dass dieser Trend nicht abreiße.

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