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Audioseite Stellantis prüft Ausgliederung der Opelwerke

Menschen vor dem Opel-Turm in Rüsselsheim.

Nach Plänen des Mutterkonzerns Stellantis könnte das Opel-Werk in Rüsselsheim eigenständig werden. Das Unternehmen hofft auf eine flexiblere Produktion, Gewerkschaft und Betriebsrat befürchten einen Stellenabbau.

Auf die 2.200 Beschäftigten des Opel-Werks in Rüsselsheim kommt womöglich eine Veränderung zu. Wie das Unternehmen dem hr am Freitag bestätigte, erwägt der Mutterkonzern Stellantis derzeit eine Ausgliederung der Produktionsstätten in Rüsselsheim und dem thüringischen Eisenach. Beide könnten bald also nicht mehr zu Opel gehören.

Der mögliche Plan sieht stattdessen vor, die beiden Werke zu eigenen Rechts- und Produktionsorganisationen zu entwickeln. Künftig solle jedes Werk für alle Konzernmarken produzieren können. In Rüsselsheim könnten beispielsweise bald Fiat-Modelle über das Band rollen. Das Unternehmen teilte mit, der Umbau solle die Effizienz der Werke steigern und langfristig dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern.

"Flucht aus der Mitbestimmung"

Die Gewerkschaft IG Metall und der Opel-Betriebsrat bezweifeln das allerdings. Sie sei von den Absichten des Konzerns völlig überrascht worden, teilte die IG Metall am Freitag mit. Weder der Gewerkschaft noch den Betriebsräten seien die genauen Umbaupläne bekannt. Stellantis gefährde "die gesamte Marke, Standorte und Beschäftigung sowie die Mitbestimmungsstrukturen", heißt es in der Mitteilung weiter.

In der Belegschaft führe das zu einer großen Verunsicherung. Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Baum sagte, die Ankündigung folge keiner wirtschaftlichen Logik. "Es ist vielmehr der Versuch einer Flucht aus der Mitbestimmung. Die Zerschlagung dient einzig und allein dem Ziel, die erfolgreiche Mitbestimmung in Deutschland zu schwächen."

Proteste für Ende Oktober angekündigt

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Audioseite IG Metall kündigt Protest in Rüsselsheim an

Opel Symbol in Rüsselsheim
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Für den 29. Oktober kündigte die Gewerkschaft IG Metall Protestaktionen in ihrem Bezirk Mitte an, der die vier Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen umfasst. Ziel sei die Sicherung der Arbeitsplätze sowie der Mitbestimmung an allen drei Opel-Standorten, sagte Bezirksleiter Jörg Köhlinger.

Das Handelsblatt hatte am Donnerstag zuerst über die Pläne berichtet. Ein Sprecher von Stellantis sicherte den Beschäftigten demnach zu, die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen unverändert beizubehalten. Über die genaue Ausgestaltung des Umbaus wolle der Konzern nun mit dem Sozialpartner sprechen.

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