Sujet: Opel

Weniger Autos verkauft und dennoch mehr in der Kasse: Der harte Sparkurs beim Rüsselsheimer Autobauer hat sich bemerkbar gemacht. Ein wichtiger Posten ist in den aktuellen Zahlen allerdings noch nicht eingerechnet.

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hessenschau kompakt - 16.45 Uhr vom 26.02.2020
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Der Rüsselsheimer Autobauer Opel hat im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Der operative Gewinn 2019 ist auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Das entspricht einem Plus von knapp 30 Prozent. 2018 hatte Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall 859 Millionen Euro eingefahren.

Erste Erfolgsprämie seit 1997 für Opel-Mitarbeiter

Das Rekordergebnis ist zustandegekommen, obwohl Opel im vergangenen Jahr sechs Prozent weniger Autos verkauft hat. Grund für dieses gute Ergebnis dürften die harte Sanierung und die Kostensenkungen durch die Mutter PSA sein.

Erstmals seit 1997 lässt Opel seinen Mitarbeitern eine Erfolgsprämie zukommen. Jeder Beschäftigte in Europa erhalte einen Bonus von 600 Euro, kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller an.

Sanierungskosten nicht eingerechnet

Allerdings sind in dem Ergebnis Kosten für die Restrukturierung nicht eingerechnet - mit Abfindungen und Vorruhestandsprogrammen werden derzeit tausende Stellen abgebaut. Bei Opel arbeiteten nach Angaben der IG Metall Ende vergangenen Jahres noch rund 15.000 Menschen an den deutschen Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Das waren rund 4.000 weniger als bei der Übernahme vor rund drei Jahren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Opel fährt Rekordgewinn ein

Ein Opel-Mitarbeiter bei der Montage.
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Das Unternehmen hat mit der Gewerkschaft weitere rund 5.000 sozialverträgliche Abgänge vereinbart, mit der Option auf noch einmal 2.000 Stellenstreichungen. Als Gegenleistung gibt es Jobgarantien für die verbleibende Mannschaft, aktuell bis Sommer 2025.

Vor der Übernahme durch PSA hatte Opel fast 20 Jahre lang rote Zahlen geschrieben. Der Mutterkonzern PSA hat 2019 unter dem Strich insgesamt 3,2 Milliarden Euro verdient - ein Plus von rund 13 Prozent. Auch das ist neuer Rekord.

PSA will "neue Ära" einläuten

Der Konzern steht allerdings  vor einem weiteren Umbau: PSA will mit dem amerikanisch-italienischen Autobauer Fiat Chrysler fusionieren. Damit wolle man eine "neue Ära" einläuten, wie Konzernchef Carlos Tavares betonte. Die Konzerne wollen den viertgrößten Automobilhersteller der Welt bilden. Der Zusammenschluss soll spätestens im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden. Was das für Opel bedeutet, ist noch offen. Die Konzerne betonen, es sollten keine Werke geschlossen werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 26.02.2020, 16.45 Uhr