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Audioseite Opel plant Stellen nach Marokko zu verlegen

Opel-Symbol auf einer Stele vor dem Werk in Rüsselsheim - aus der Froschperspektive fotografiert. Darüber schwebt eine dunkle Wolke am Himmel.

Die Opel-Mutter Stellantis plant offenbar, Stellen aus Rüsselsheim nach Marokko zu verlagern. Beschäftigen soll nahegelegt worden sein, sich einen anderen Job zu suchen. Die deutschen Mitarbeiter seien "zu teuer".

Der europäische Autokonzern Stellantis, dessen Tochter Opel ist, droht mit Jobverlagerungen von Rüsselsheim nach Marokko. Laut Medienbereichten sei Beschäftigten des Entwicklungszentrums in Personalgesprächen gedroht worden, ihre Aufgaben aus Kostengründen zu verlagern. Sie sollten sich nach einer neuen Tätigkeit umsehen. Das geht aus einer Mitarbeiterinformation des Betriebsrates hervor, die der dpa vorliegt. Opel wollte sich am Mittwoch auf hr-Anfrage nicht zu den Informationen äußern.

Rechtliche Schritte eingeleitet

"Es verdichten sich die Hinweise, dass die nächste Stellantis-Reorganisation nicht nur bevorsteht, sondern teilweise in Bereichen schon rechtswidrig ohne vorherige Information, Beratung und Verhandlung mit der Arbeitnehmervertretung umgesetzt werden soll", zitiert die dpa aus dem Schreiben des Betriebsrats. Rechtliche Schritte seien eingeleitet. Die Mitarbeitervertretung sieht sich in ihren Mitbestimmungsrechten verletzt.

In der vergangenen Woche waren Stellantis-Pläne bekannt geworden, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach aus der Opel Automobile GmbH herauszulösen. Beide könnten bald also nicht mehr zu Opel gehören. Der mögliche Plan sieht stattdessen vor, die beiden Werke zu eigenen Rechts- und Produktionsorganisationen zu entwickeln.

Oberbürgermeister: "Auf Stadt kommen große Herausforderungen zu"

Laut einer Mitteilung der Stadt Rüsselsheim trennt sich Opel zudem von 102 Hektar Gewerbefläche. "Auf unsere Stadt kommen jetzt große Herausforderungen zu", sagte Oberbürgermeister Udo Bausch (unabhängig). Nun gehe es darum, die Flächen langfristig so zu entwickeln, dass dort neu angesiedelte Unternehmen qualifizierte Arbeitsplätze erhalten oder schaffen - auch neue Wohnungen sollen gebaut werden. "Außerdem dürfen sich die Pläne von Stellantis keineswegs negativ auf die Beschäftigten von Opel auswirken. Auch dafür werde ich in den Verhandlungen mit Stellantis kämpfen", so der Oberbürgermeister.

Die Gewerkschaft IG Metall und der Opel-Betriebsrat befürchten einen Stellenabbau. Für den 29. Oktober hat die IG Metall Protestaktionen angekündigt. Die drohende Zerschlagung diene einzig und allein dem Ziel, die erfolgreiche Mitbestimmung in Deutschland zu schwächen, hatte Opel-Betriebsratschef Uwe Baum am vergangenen Freitag erklärt.

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