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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Opel-Mutter PSA fusioniert mit Fiat Chrysler

Ein Arbeiter im Opelwerk Rüsselsheim montiert Teile an einem Insignia

Nach wochenlangen Verhandlungen haben die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler ihre Mega-Fusion beschlossen. Die Konzerne wollen den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden.

8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, rund 400.000 Beschäftigte: Aus der Fusion der Opel-Mutter PSA mit Fiat Chrysler soll einer der größten Autohersteller der Welt hervorgehen. Nach wochenlangen Verhandlungen haben PSA und Fiat Chrysler ihre Mega-Fusion beschlossen. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Opel-Chef Michael Lohscheller bewertet den Zusammenschluss positiv. Dadurch entstehe ein noch schlagkräftigerer Konzern, sagte er am Mittwoch. Das biete auch für Opel viele Chancen. "Wir werden auch in dem neuen, größeren Konzern die einzige deutsche Marke sein und für deutsche Ingenieurskunst stehen." Opel sei nachhaltig profitabel, werde global und elektrisch. Den Erfolgskurs werde man fortsetzen.

Gewerkschaft: "Opel vor großen Herausforderungen"

Der Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der Branche ausgelöst. Der Zusammenschluss muss noch von Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Der Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, sagte, die Autoindustrie stehe vor großen Herausforderungen. Das gelte auch für Opel. Gleichzeitig betonte er: "Mit den für die Opel-Standorte geltenden Tarifverträgen sind betriebsbedingte Kündigungen für die kommenden Jahre ausgeschlossen. Damit haben die Beschäftigten Schutz und Sicherheit." Die Gewerkschaft werde weiterhin für die Eigenständigkeit der Marke Opel kämpfen.

Neuer Auto-Gigant

Die Branche steht unter einem enormen Druck, und der Schulterschluss der Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Denn der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Der neue Konzern nimmt sich vor, 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund wären größer als der neue Auto-Gigant.

Jahresgewinn von über 11 Milliarden Euro

Der neue Verbund käme auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro - ohne die Marken der Zulieferer Magneti Marelli und Faurecia. Beschäftigt werden nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400.000 Menschen.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Fiat Chrysler umfasst die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

Tavares als Vorstandschef

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen" mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese hat sich als knallharter Sanierer sowohl bei Peugeot als auch bei der Tochter Opel einen Namen gemacht.

Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, ließen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben, hatte es geheißen.

Es ist vor allem das gut ausgebaute Vertriebsnetz in Nordamerika, das FCA in den gemeinsamen neuen Konzern mit einbringen kann. Es dürfte den Markteinstieg von Peugeot in Amerika erheblich erleichtern. PSA ist dafür in Europa stärker. Auch bei der Entwicklung von Hybrid- und Batterie-Fahrzeugen sind die Franzosen weiter als die Italoamerikaner.

Sendung: hr-iNFO, 18.12.2019, 10:00 Uhr