Carlos Tavares vor einem Opel-Logo.

Es wäre einer der größten Autokonzerne der Welt: Der französische PSA-Konzern, zu dem unter anderem Opel gehört, verhandelt mit Fiat Chrysler über einen Zusammenschluss. Das haben beide Unternehmen bestätigt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fiat-Chrysler und PSA verhandeln über Fusion

Rüsselsheim-Ortsschild vor Opel-Entwicklungszentrum
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Die Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) und PSA haben bestätigt, miteinander über einen möglichen Zusammenschluss zu sprechen - zu PSA gehört unter anderem der Rüsselsheimer Autobauer Opel. "Es gibt laufende Diskussionen, die darauf abzielen, eine der führenden Mobilitätsgruppen der Welt zu schaffen", schrieb FCA in einer kurzen Mitteilung am Mittwochmorgen. Gegenwärtig habe man nichts weiter hinzuzufügen, hieß es darin. Eine ähnliche Mitteilung verbreitete auch PSA.

Fiat Chrysler wollte sich bereits im Frühjahr mit dem französischen Hersteller Renault verbinden und den weltweit drittgrößten Autohersteller bilden. Die Gespräche scheiterten jedoch. Wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtet hatte, wären Fiat Chrysler und der Opel-Mutterkonzern PSA an der Börse rund 50 Milliarden Dollar (45 Mrd Euro) wert.

PSA führt auch die Traditionsmarken Peugeot und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati unter seinem Dach. An der Börse hatten Gerüchte bereits am Dienstagabend für kräftige Kursbewegung gesorgt. Die Aktien von FCA waren am Dienstag mit einem Plus von 7,5 Prozent aus dem US-Handel.

Deutlich weniger Mitarbeiter bei Opel

PSA-Chef Carlos Tavares könnte nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP den neuen Konzern leiten. Er gilt in der Branche als harter Sanierer, was sich auch an Opel erkennen lässt. Vor gut zwei Jahren hatte PSA Opel übernommen, der unter der Führung von General Motors (GM) lange rote Zahlen geschrieben hatte.

Opel arbeitet inzwischen zwar wieder profitabel und auch der neue Astra soll in Rüsselsheim (Groß-Gerau) vom Band laufen. Dafür beschäftigt der Konzern aber deutlich weniger Mitarbeiter und hat Anfang Oktober vorübergehend Kurzarbeit eingeführt. Zudem wurde das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim teilweise an den Dienstleister Segula verkauft.

Sendung: hr-iNFO, 30.10.2019, 9 Uhr