Opel-Zentrale in Rüsselsheim

Für die Opel-Mitarbeiter beginnt das neue Jahr mit einer schlechten Nachricht: Der Rüsselsheimer Autobauer plant den nächsten Stellenabbau. Die Rede ist von bis zu 4.100 Stellen.

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Beim Autobauer Opel steht ein weiterer massiver Stellenabbau an. Entsprechende Medienberichte vom Montagabend wurden am Dienstag von der IG Metall, dem Betriebsrat und Opel bestätigt. Der Abbau könnte demnach in den kommenden Jahren im vierstelligen Bereich liegen. Am Dienstagmittag wurden die Beschäftigten am Stammsitz in Rüsselsheim über die Details informiert.

Zunächst geht es um den Abbau von rund 2.000 Stellen bis zum Ende des Jahres 2021. Überkapazitäten gebe es beispielsweise im Werkzeug- und Prototypenbau. Im Gegenzug soll der Kündigungsschutz um zwei Jahre bis 2025 verlängert werden. Außerdem soll der Astra ab dem kommenden Jahr im Stammwerk in Rüsselsheim gebaut werden.

Es trifft vor allem Rüsselsheim

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Der Stellenabbau soll auch dieses Mal ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden: Geplant sind wieder Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. Der Standort Rüsselsheim, an dem rund 70 Prozent der deutschen Opelaner beschäftigt sind, dürfte dabei überproportional getroffen werden.

Wie das Handelsblatt vorab berichtete, besteht zudem die Möglichkeit, dass noch weitere 2.000 Stellen wegfallen. In zwei Stufen könnten so in den Jahren 2022 und 2023 weitere Jobs gestrichen werden. Der Kündigungsschutz wird in diesem Fall aber ebenfalls noch einmal verlängert - bis 2029.

PSA trimmt Opel auf Effizienz

Ausdrücklich wurden die Transformation der Autoindustrie und die geplante Fusion mit Fiat-Chrysler als mögliche Gründe für einen weiteren Abbau genannt. Die Peugeot-Mutter PSA, die mit Fiat-Chrysler fusionieren will, hatte Opel im Jahr 2017 übernommen und trimmt den Rüsselsheimer Traditionshersteller seither auf Effizienz. Seit der Übernahme durch PSA wurden bei Opel bereits knapp 7.000 von ursprünglich rund 19.000 Stellen abgebaut.

Linke-Fraktionschefin Janine Wissler kritisierte am Dienstag, die Opel-Beschäftigten dürften "nicht als Verfügungsmasse dienen, um im Vorfeld der Fusion mit Fiat-Chrysler auf vermeintlich einfachem Wege die Zahlen zu schönen". Wichtiger sei "ein zukunftsfähiges Konzept für das Unternehmen, das nicht darin bestehen könne, immer größere und immer PS-stärkere Autos zu bauen". Opel-Chef Michael Lohscheller erklärte hingegen: "Die Beschäftigungssicherung bis 2025 ist ein starkes Signal."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 14.01.2020, 16.45 Uhr