Wolfgang Schäfer-Klug

Beim Autobauer Opel hat sich der Betriebsrat neu organisiert. Der langjährige Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Schäfer-Klug, hat seine Position aufgegeben. Er war erst im April vergangenen Jahres wiedergewählt worden.

Neuer Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats für alle deutschen Opel-Standorte ist Uwe Baum aus Rüsselsheim, wie die Arbeitnehmervertretung am Freitag mitteilte. Der bisherige Stellvertreter sei am Donnerstag einstimmig gewählt worden.

Der bisherige Chef, Wolfgang Schäfer-Klug, bleibe am Standort Rüsselsheim sowie im Europäischen Betriebsrat an der Spitze der jeweiligen Gremien. Er gehöre auch weiterhin dem Gesamtbetriebsrat an. Mit dem Schritt solle die Arbeit neu strukturiert und auf mehrere Schultern verteilt werden.

Erst im April 2018 wiedergewählt

Schäfer-Klug von der IG Metall war erst im April vergangenen Jahres als Vorsitzender des Opel-Gesamtbetriebsrats bestätigt worden. Er stand seit 2012 an der Spitze der Arbeitnehmervertretung des Unternehmens und folgte auf den langjährigen Vorsitzenden Klaus Franz.

Wie der Opel-Betriebsrat erläuterte, kehre man mit den personellen Veränderungen zu einer viele Jahrzehnte gelebten Tradition bei Opel zurück, den Vorsitz des Betriebsrats Rüsselsheim und des Gesamtbetriebsrats voneinander zu trennen.

Massive Spannungen zwischen Gewerkschaft und Eigentümer

Die Arbeitnehmervertretung begleitet derzeit die Opel-Sanierung durch den neuen Eigentümer PSA. Zwischen PSA und dem Betriebsrat hatte es in den vergangenen Monaten massive Spannungen gegeben. Immer wieder war von Arbeitnehmerseite von Druck durch PSA zu hören und dass man bei der Sanierung von Opel übergangen werde. Auch Schäfer-Klug hatte die Unternehmensführung wiederholt scharf kritisiert.

Aktuell gibt es bei Opel Streit um den Verkauf von Teilen des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim mit 2.000 Beschäftigten an ein französisches Unternehmen. Die IG Metall hatte zuletzt gefordert, auch für diese Mitarbeiter müssten die Arbeitsplätze bis 2023 sicher sein. Solange es entsprechende Zusagen nicht gebe, werde man einem Verkauf nicht zustimmen.  

Sendung: hr-iNFO, 08.02.2019, 16.00 Uhr