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Audioseite Opel-Werk in Rüsselsheim wird nicht ausgegliedert

Opel-Symbol auf einer Stele vor dem Werk in Rüsselsheim - aus der Froschperspektive fotografiert. Darüber schwebt eine dunkle Wolke am Himmel.

Eigentlich wollte der Autokonzern Stellantis das Opel-Werk in Rüsselsheim ausgliedern. Nach einer tariflichen Einigung sind diese Pläne nun vom Tisch.

Der Autokonzern Stellantis hat seinen Plan aufgegeben, die Produktionswerke der deutschen Tochter Opel auszugliedern. Das Unternehmen und die IG Metall haben sich darauf geeinigt, den Stammsitz Rüsselsheim (Groß Gerau) und das Werk im thüringischen Eisenach innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weiterzuführen, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten.

Am Standort Eisenach soll zudem die Produktion zum Jahresbeginn verbindlich wieder aufgenommen werden, wie beide Seiten erklärten. Sie war zwischenzeitlich wegen Teilemangels gestoppt und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden. Das Werk werde künftig das gesamte Volumen des Opel-Modells Grandland herstellen, wie Stellantis erklärte. Der Wagen wurde zwischenzeitlich auch an anderen Stellantis-Standorten montiert.

Tausende Arbeitsplätze wurden schon abgebaut

Betriebsrat und IG Metall hatten die Anfang Oktober bekannt gewordenen Pläne zur Ausgliederung als Anfang der Zerschlagung von Opel bewertet und starken Widerstand angekündigt. Opel-Beschäftigte in Eisenach und Kaiserslautern protestierten gegen die Ausgliederung; Opel-Beschäftigte aus Rüsselsheim beteiligten sich an einer entsprechenden Aktion in Frankfurt. Die Regierungen der betroffenen Bundesländer Hessen und Thüringen hatten ein Gespräch mit Stellantis-Chef Carlos Tavares gefordert.

Seit der Übernahme im August 2017 durch PSA wurden im Einvernehmen mit der Gewerkschaft Tausende Arbeitsplätze abgebaut, wobei betriebsbedingte Kündigungen noch bis Sommer 2025 ausgeschlossen sind. Im Opel-Werk in Rüsselsheim sind rund 2.200 Menschen beschäftigt. Opel ist die einzige deutsche Marke im Autokonzern Stellantis, der zu Jahresbeginn aus der Peugeot-Mutter PSA und Fiat-Chrysler entstanden ist.

Betriebsrat: "Widerstand hat Wirkung gezeigt"

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Baum bezeichnete den Verbleib "in der Opel-Familie" nun als einen großen Erfolg. "Der Widerstand der Betriebsräte und der IG Metall haben zusammen mit dem Engagement der Belegschaft und der Unterstützung der Politik Wirkung gezeigt."

Der Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, erklärte: "Ich hoffe, dass das Management in Zukunft das Unternehmen konstruktiver und transparenter lenkt und Opel ab jetzt nur noch mit innovativen Fahrzeugen die Beschäftigten und die Öffentlichkeit begeistert.

Ministerpräsidenten zeigen sich erleichtert

Die Regierungschefs der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen begrüßten die Einigung. "Die Opel-Werke sind wichtige Arbeitgeber und haben großen Einfluss auf den Wohlstand der betroffenen Regionen", so der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Rheinland-Pfalz' Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Die geplante Ausgliederung habe für Zweifel und Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt.

SPD-Landtagsfraktionschefin Nancy Faeser teilte mit: "Rüsselsheim ist das Herz von Opel - umso wichtiger ist es, dass der Stammsitz Teil der Opel-Familie bleibt."

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