Collage: Autos parken am Straßenrand, Mann hält Handy in der Hand
Bald können Autofahrer in Frankfurt ihre Parkgebühr per App zahlen. Bild © Imago (Collage: hr)

Für Autofahrer in Frankfurt gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Bald können sie Parkgebühren per Smartphone-App zahlen. Die schlechte: Das Parken wird teurer, kostenlose Parkplätze weniger. Auch andere hessische Städte erhöhen die Gebühren.

Bald soll das Suchen nach Münzen für Parkuhren in Frankfurt ein Ende haben. Denn schon in den nächsten Monaten will die Stadt das Bezahlen von Parkgebühren per Smartphone-App einführen - in allen gebührenpflichtigen Parkzonen.

Die Vorlage dafür sei fast fertig, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) dem hr. "Sie muss dann noch durch die Gremien. Ich hoffe, dass wir bis zur Sommerpause damit starten können."

Minutengenaue Abrechnung

Der Vorteil für den Autofahrer liege vor allem in der minutengenauen Abrechnung. "Wenn Sie 13 Minuten parken, dann zahlen Sie auch für 13 Minuten - und nicht für 20", sagte Oesterling.

Allerdings kommen auf die Autofahrer auch neue Kosten hinzu, wenn sie per App zahlen möchten. Denn die Anbieter verlangen für die Abwicklung der Zahlung eine Gebühr - die Höhe bestimmen sie selbst.

In Frankfurt sollen die Autofahrer die Wahl zwischen fünf verschiedenen App-Anbietern haben, sagte Oesterling. Bei manchen sei die erste Buchung kostenlos, andere hätten zum Beispiel Flatrate-Modelle im Angebot. Die eigentlichen Parkgebühren sind aber bei allen gleich und werden weiterhin von der Stadt festgesetzt.

Auswählen, anmelden, parken

Prinzipiell funktioniert das System so, dass sich der Autofahrer für einen der fünf Anbieter entscheidet, die entsprechende App herunterlädt und sich inklusive seiner Bezahldaten anmeldet. Sobald er sein Auto geparkt hat, muss er entweder selbst angeben, in welcher Parkzone er steht oder die Positionsbestimmung über das GPS-Signal zulassen.

Die Verkehrspolizei könne dann mit automatischen Lesegeräten die Kennzeichen erfassen und erkennen, ob der Fahrer sich für diesen Parkplatz angemeldet habe, erklärte Oesterling. Sobald man ausparkt, kann man sich über die App abmelden, die Gebühr wird vom Konto eingezogen.

Weniger Verwaltungsaufwand

Für die Stadt habe das neue System ebenfalls viele Vorteile, sagte Oesterling. "Einmal im Monat erhalten wir eine Abrechnung. Wir haben dadurch einen geringeren Verwaltungsaufwand. Und jede Buchung über die App erspart uns Kleingeld."

In zehn Jahren werde es sein wie in Schweden, wo die meisten Bezahlvorgänge bargeldlos liefen, sagte der Verkehrsdezernent. "Aber es braucht niemand Angst zu haben, dass er in einem Jahr nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann." Die Parkscheinautomaten gebe es erstmal auch weiterhin. Kassel, Wiesbaden, Hanau und Bad Homburg nutzen das Bezahlen per Smartphone-App bereits, auch Darmstadt plant die Einführung.

Weitere Informationen

Parken per App: Wer steckt dahinter?

Das Bezahlen per App wird über die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement abgewickelt. Sie ist der Vermittler zwischen Kommunen und Systembetreiber. Gesellschafter sind die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund und mehrere kreisfreie Städte.

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Parken wird teurer - nicht nur in Frankfurt

Nun zur schlechten Nachricht: Die Parkgebühren sollen erhöht werden, die Anzahl an kostenlosen Parkplätzen im Frankfurter Stadtgebiet werden dagegen wohl reduziert. Details dazu konnte Oesterling noch nicht nennen. Wegen des Diesel-Urteils sei man aber vom Gericht angehalten, solche Maßnahmen zu ergreifen.

Auch in anderen Städten steigen die Preise für Parkplätze. An den Straßen in der Wiesbadener Innenstadt kostet das Parken seit Kurzem 2,50 Euro pro Stunde statt bisher zwei Euro. In Darmstadt gab es bisher noch kostenlose Parkmöglichkeiten in der Nähe der Innenstadt, die nun aber wegfallen sollen.

Rüsselsheim wollte die Gebühren von 40 Cent pro Stunde auf 1,40 Euro erhöhen, doch die Stadtverordneten lehnten das ab. Günstiger wurde es für Autofahrer in Kassel: Seit Dezember ist das Parken abends schon ab 18 Uhr kostenlos.