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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found In Pfungstadt wird weiter Bier gebraut

Ein Gabelstapler nimmt auf dem Gelände der Pfungstädter Brauerei in Pfungstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) eine Palette mit Bierkisten auf.

In Pfungstadt wird auch künftig Bier gebraut. Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan der angeschlagenen Traditionsbrauerei zugestimmt, viele Jobs bleiben somit erhalten. Der neue Eigentümer hat bereits große Pläne.

Die angeschlagene Traditionsbrauerei Pfungstädter kann unter neuem Eigentümer weiter Bier brauen. Der Weg für den Neustart mit dem Anlagenbauer Lauer sei frei, teilte die Brauerei in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) mit.

Großteil der Jobs bleibt erhalten

Die Gläubiger hätten dem Insolvenzplan der Geschäftsführung zugestimmt; das Unternehmen könne somit ohne Schulden das Schutzschirmverfahren verlassen. Das Amtsgericht Darmstadt habe den Insolvenzplan am Dienstag bestätigt, heißt es in der Mitteilung. Damit würden 46 der 78 Vollzeitstellen gerettet und alle Forderungen der Gläubiger bedient. Zusätzlich habe Lauer fünf weitere Mitarbeiter in seine Firma übernommen.

Die Entscheidung sei ein "Meilenstein in der Unternehmensgeschichte", sagte Pfungstädter-Geschäftsführer Stefan Seibold: "Wir können mit einem hessischen Eigentümer neu durchstarten und in Pfungstadt weiter Premiumbiere brauen."

Neuer Eigentümer will kräftig investieren

Der neue Eigentümer Lauer, der im benachbarten Seeheim-Jugenheim auch Anlagen für Brauereien fertigt, übernimmt die Brauerei ab Dezember und werde laut Mitteilung investieren. In den historischen Gebäuden der 1831 gegründeten Privatbrauerei plane er eine Kneipe mit Craftbierbrauerei und Biergarten sowie im Industriegebiet Pfungstadt einen Neubau mit modernem Abfüll- und Logistikzentrum. Die Braukapazität werde mit rund 200.000 Hektolitern aber weniger als halb so groß sein wie bisher (450.000 Hektoliter).

Pfungstädter war mit dem allgemein sinkenden Bierabsatz in Schieflage geraten und in der Corona-Krise weiter in Bredouille gekommen. Im Juni ging die Brauerei in ein Schutzschirmverfahren, in dem das Brauereigelände an den Mannheimer Unternehmer Daniel Hopp und den Projektentwickler Conceptaplan verkauft wurde. Sie wollen darauf Wohnungen errichten.

Zudem wurde die Organisation der Brauerei gestrafft. Binnen eines halben Jahres habe man die Brauerei nachhaltig sanieren können, sagte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Restrukturierungskanzlei Schiebe und Collegen. "In dieser schwierigen Lage konnten wir die Kunden im Handel und der Gastronomie halten."

Sendung: hr-iNFO, 18.11.2020, 13 Uhr