Frankfurt von oben

Die Immobilienpreise in Frankfurt gehen weiter durch die Decke. Auch im vergangenen Jahr musste für Eigentumswohnungen deutlich mehr bezahlt werden. Investoren nehmen weitere Stadtteile ins Visier.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Steigende Immobilienpreise in Frankfurt

Immobilien in Frankfurt.
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25.600 Euro pro Quadratmeter legte ein Käufer im vergangenen Jahr für die teuerste Frankfurter Eigentumswohnung auf den Tisch. Bei einer Größe von 210 Quadratmetern summierte sich der Kaufpreis für das neue Eigenheim in einem Wohnhochhaus somit auf schlappe 5,4 Millionen Euro.

Vergleichbar horrende Summen waren 2019 auf dem Frankfurter Immobilienmarkt erneut kein Einzelfall, wie die Stadt und der Gutachterausschuss für Immobilienwerte mitteilten. "Die Preise von Eigentumswohnungen steigen, wie auch in den letzten Jahren, in Frankfurt in allen Lagen und bei fast jeder Baualtersstufe überproportional", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.  

Neubauten und Altbauten fast gleich teuer

Insgesamt knapp 6.800 Kaufverträge mit einem Gesamtvolumen von 8,2 Milliarden Euro wurden im gerade abgelaufenen Jahr abgeschlossen - von Grundstücken über Eigenheime und Wohnungen bis hin zu Gewerbeimmobilien. Rund 60 Prozent der Transaktionen betrafen Eigentumswohnungen.

Bei Neubauten lag der Preis pro Quadratmeter dabei bei circa 7.000 Euro, eine Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zu 2018. Fast die gleiche Summe (6.900 Euro) wurde für Altbauwohnungen hingeblättert. Übergreifend erreichte der durchschnittliche Kaufpreis für eine Eigentumswohnung 5.300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Auch hier betrug die Steigerung binnen zwei Jahren satte 16 Prozent. Frankfurt liegt damit auf den bundesweiten Spitzenplätzen.

Trend zu kleineren Wohnungen

Neben den absolut hochpreisigen Lagen in den oberen Geschossen von Wohnhochhäusern etwa im Europaviertel musste vor allem in den traditionell teuren Stadtteilen Westend, Nordend und Sachsenhausen besonders tief in die Tasche gegriffen werden. Für Stilaltbauten im Westend betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis 10.580 Euro, im Nordend wurde für Neubauten im Schnitt 8.540 Euro bezahlt.

Dass die absoluten Kaufpreise für Eigentumswohnungen zwischen 2017 und 2019 um vergleichsweise moderate 6 Prozent auf knapp 400.000 Euro zulegten, hängt mit dem zwangsläufigen Trend zu kleineren Wohnungen zusammen. So schrumpfte die mittlere Größe von verkauften Wohnungen im gleichen Zeitraum von 81 auf 74 Quadratmeter. Die durchschnittliche Neubauwohnung kostete 2019 510.000 Euro. Die kleinste Wohnung hatte 15, die größte verkaufte 407 Quadratmeter Wohnfläche.

Weitere Gentrifizierung droht

"Wir können darauf vertrauen, dass die Preissteigerungen kurzfristig nicht zum Stillstand kommen", warnte Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD), "daher ist Eile geboten, das Angebot zu erweitern und zusätzliches Bauland auszuweisen, den Baulandbeschluss zügig umzusetzen und zum Schutz von Mietern Milieuschutz konsequent anzuwenden".

Denn Investoren begrenzen sich längst nicht mehr auf die zentralen Stadtteile rund um die Innenstadt, wie die Gutachter feststellen. Auch in Rödelheim und Höchst würden beispielsweise immer mehr Immobilien saniert oder neu gebaut. Die Gefahr der Gentrifizierung steigt auch dort.

An zahlungsbereiten Käufern scheint es dabei nicht zu fehlen: Während die Verkäufe von Eigentumswohnungen bis 7.500 Euro je Quadratmeter in den vergangenen drei Jahren rückläufig sind, geht die Kurve für Luxusimmobilien weiter nach oben. Die 25.600 Euro aus dem vergangenen Jahr müssen noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Sendung: hr-iNFO, 16.01.2019, 13.40 Uhr