Schlechte Nachrichten für Busfahrgäste im hessischen Nahverkehr: Die Fahrer privater Busunternehmen haben sich in einer Urabstimmung klar für unbefristete Streiks ausgesprochen. Damit steigt der Druck auf die Arbeitgeber.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mehr als 99 Prozent der Busfahrer für unbefristete Streiks

Streikende Busfahrer in Offenbach
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In Hessen drohen neue Streiks bei den privaten Busunternehmen - dieses Mal unbefristet. Wie die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mitteilte, haben die Busfahrer in einer Urabstimmung mit 99,5 Prozent "ja" zu unbefristeten Streiks gesagt. Rund 4.400 Busfahrer waren aufgerufen, sich an der Urabstimmung zu beteiligen.

"Die Kollegen sind sehr aufgebracht über das Verhalten der Arbeitgeber, sie fühlen sich nicht ernst genommen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel. Sie fragten sich, warum die Arbeitergeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten. Nun seien die Arbeitgeber am Zug.

Fünfte Verhandlungsrunde am Donnerstag

Die nächste, nunmehr fünfte Verhandlungsrunde findet am Donnerstag in Frankfurt statt. Ohne Einigung könnten viele Busse in Hessen wieder stillstehen.

Die Arbeitgeber hatten in der vierten Runde ein Angebot vorgelegt. Demnach soll der Stundenlohn von derzeit 13,50 Euro in vier Schritten in vier Jahren auf 15,10 Euro steigen. Verdi wies das Angebot als "unakzeptabel" zurück. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung auf 16,60 Euro pro Stunde.

Zudem gibt es Forderungen nach mehr Urlaub. Weil sich die Tarifparteien zuletzt nicht einigten, kam es wiederholt zu Warnstreiks. Zuletzt beteiligten sich am 1. November nach Verdi-Angaben rund 3.000 Busfahrer an einem ganztägigen Ausstand. Fahrgäste in ganz Hessen waren betroffen.

Sendung: hr-iNFO, 13.11.2019, 12:00 Uhr