Opel-Fahnen vor einem Opel-Logo.

Die Übernahmen des Opel-Entwicklungszentrums durch das französische Unternehmen Segula ist besiegelt. Rund 700 Mitarbeiter wechseln zum September den Arbeitgeber. Die Mehrheit der Beschäftigten hatte sich zuvor für Abfindungs- und Vorruhestandsregelungen entschieden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Opel übergibt Werksteile an Segula

Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim.
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Der französische Konzern PSA als Opel-Eigner und der Ingenieursdienstleister Segula haben die Übernahme von Opel-Geschäftsteilen abgewickelt. Der Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrum und des nahen Testcenters in Rodgau-Dudenhofen (Offenbach) sei perfekt, hieß es am Freitag. Für rund 700 Mitarbeiter von Opel bedeutet das: Sie wechseln Anfang September zu Segula.

Nur etwa 700 Mitarbeiter wechseln mit

Das französische Unternehmen übernimmt auch Gebäude, Test-Anlagen und Einrichtungen an beiden Standorten Der Entwicklungscampus in Rüsselsheim solle sich zunächst auf Projekte im Autosektor konzentrieren, später auch auf andere Branchen.

Opel und Segula hatten vor rund einem Jahr den Teilverkauf des Zentrums verabredet. Damit sollten 2.000 von noch 6.400 Mitarbeitern im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum zu gleichen Tarifbedingungen zu den Franzosen wechseln. Das Testgelände in Rodgau-Dudenhofen bleibt in Opel-Besitz, wird künftig aber von Segula betrieben.

In der Opel-Belegschaft bildete sich jedoch rasch starker Widerstand. Der Betriebsrat setzte Abfindungen durch, so dass schließlich nach Betriebsratsinformationen 1.343 Beschäftigte den goldenen Handschlag wählten und der Übergang zu Segula nun deutlich kleiner ausfällt.

Kritik von Gewerkschaft

Die Unternehmen gab sich gleichwohl zuversichtlich: Segula werde von einem "führenden Engineering-Dienstleister für die Autoindustrie wachsen", erklärte Managing Director Martin Lange. Opel-Entwicklungschef Christian Müller sagte, die Partnerschaft stärke den Ingenieursstandort Rüsselsheim nachhaltig.

Kritik am Kurs des Opel-Eigners PSA kam von der IG Metall: "Insbesondere für Rüsselsheim ist kein wirklich nachhaltiges Standortkonzept sichtbar", sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter Mitte bei der Gewerkschaft. Anstelle nötiger Investitionen in den Bestandserhalt würden systematisch Kernbereiche aufgelöst.

Seit der Übernahme im Jahr 2017 trimmt PSA Opel auf Effizienz. Tausende Mitarbeiter haben Verträge zu Abfindungen, Vorruhestand oder Altersteilzeit unterschrieben. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Opel-Standorten bis Sommer 2023 ausgeschlossen.

Sendung: hr-iNFO, 30.08.2019, 13 Uhr