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Frankfurt: Durchsuchungen im Cum-Ex-Skandal

Polizeibeamte gehen in die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt, in der eine Hausdurchsuchung stattfindet.

Mit illegalen Aktiengeschäften prellten Banken den Staat um zweistellige Milliardensummen. Jetzt hat es im Cum-Ex-Skandal wieder eine Razzia gegeben - diesmal bei Barclays in Frankfurt.

Im Skandal um illegale Cum-Ex-Aktiengeschäfte haben Ermittler die Niederlassung der britischen Bank Barclays in Frankfurt durchsucht. Das Geldhaus bestätigte eine Razzia der Staatsanwaltschaft Köln. Demnach fand die Durchsuchung bereits am Dienstag statt. Zuvor hatte die Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtet.

Neben Geschäftsräumen von Barclays in Frankfurt ließ die Staatsanwaltschaft eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Privatwohnungen von zwei Beschuldigten durchsuchen. Etwa 70 Ermittler der Kriminalpolizei Krefeld, Beamte weiterer Polizeidienststellen sowie der hessischen Steuerfahndung und des Bundeszentralamts für Steuern waren den Angaben zufolge an der Razzia beteiligt.

Illegale Aktiengeschäfte und Steuerhinterziehung

Bei der Durchsuchung ging es um Cum-Ex-Aktiengeschäfte und ähnliche Steuerhinterziehungsmodelle, wozu mehrere Verfahren anhängig sind. Barclays teilte mit, es gehe um die Untersuchung früherer Cum-Ex-Aktivitäten. Man kooperiere weiter mit den deutschen Behörden.

Im Cum-Ex-Skandal hatten Investoren illegale Tricks genutzt, um den Fiskus über Jahre um Steuern zu prellen. In der Folge hatten Finanzämter den Beteiligten Kapitalertragsteuern erstattet, die gar nicht gezahlt worden waren. Der Schaden, der dem Staat dadurch entstand, liegt nach Schätzungen im zweistelligen Milliardenbereich. Viele Banken sind in den Skandal verstrickt.

Im Sommer 2021 stellte der Bundesgerichtshof fest, dass Cum-Ex-Geschäfte als Steuerhinterziehung zu bewerten sind. Mehrere Staatsanwaltschaften und Gerichte arbeiten den Skandal auf - immer wieder auch mit Razzien. Erst vergangene Woche ließ die Staatsanwaltschaft Köln Büros der US-Investmentbank Merrill Lynch in Frankfurt durchsuchen, die zur Bank of America gehört.

Steueranwalt Berger im April vor Gericht

Eine treibende Kraft hinter den Cum-Ex-Deals hierzulande, der Steueranwalt Hanno Berger, kommt demnächst vor Gericht. Er soll sich ab 4. April vor dem Landgericht Bonn und ab 12. April vor dem Landgericht Wiesbaden wegen Verdachts der Steuerhinterziehung verantworten.

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