Die Mittelrheinfähre musste zeitweise den Betrieb einstellen.
Seit Dienstag verkehrt die Mittelrheinfähre wieder. Bild © hr

Nach dem extremen Niedrigwasser entspannt sich die Lage für die Fährschiffer und Pendler. Die lange Zeit gestoppte Mittelrheinfähre verkehrt wieder - auch kurzzeitig entlassene Mitarbeiter konnten zurückgeholt werden.

Videobeitrag
mt

Video

zum Video Existenz bedroht durch Niedrigwasser

Ende des Videobeitrags

Aufatmen bei den Fährschiffern am Mittelrhein. Nach ersten Kündigungen von Mitarbeitern wegen Niedrigwassers verkehrt die Mittelrheinfähre zwischen dem hessischen Lorch (Rheingau) und dem rheinland-pfälzischen Niederheimbach seit Dienstag wieder.

Personal, das für eine Weile entlassen werden musste, kann an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. "Ich habe zwei Mitarbeiter entlassen. Einer fängt heute wieder an und der andere morgen", sagte der Chef des 126 Jahre alten Fährbetriebs, Michael Schnaas.

Keine langfristige Verbesserung in Sicht

Grund für die Wiederaufnahme des Betriebs sind die wegen Regens gestiegenen Pegelstände. Für eine völlige Entspannung der Niedrigwasserlage des Rheins wären Experten zufolge allerdings mehrmonatige und flächendeckende Niederschläge nötig. Am Montagmorgen war am Pegel Kaub ein Stand von 49 Zentimetern gemessen worden. In der vergangenen Woche betrug dieser noch 30 Zentimeter. Der Pegel Kaub gilt als wichtige Marke für das Obere Mittelrheintal.

Schnaas hatte seinen Fährbetrieb am 14. Oktober einstellen müssen. Vom 31. Oktober bis 4. November konnte die Fähre nochmals verkehren, dann war erneut Schluss. Die Mittelrheinfähre war vom Niedrigwasser besonders stark betroffen, weil der Rhein an der Stelle sehr breit ist, das wenige Wasser sich also mehr als andernorts verteilen kann.

Pendlern werden Umwege erspart

"Das ist ein schönes Gefühl, dass wir jetzt wieder fahren können", sagte Schnaas. Die Stammkunden seien froh, keine Umwege mehr machen zu müssen. Zahlreiche Pendler hätten jeden Tag 30 bis 40 Kilometer mehr mit dem Auto fahren müssen, um auf andere Fähren auszuweichen. Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine Rheinbrücke.

Schnaas half nach eigener Aussage jüngst zwei Wochen bei der noch verkehrenden Fähre zwischen dem hessischen Oestrich-Winkel und dem rheinland-pfälzischen Ingelheim aus. Manche andere Rhein-Fähren hatten zeitweise ebenfalls buchstäblich auf dem Trockenen gelegen und Umsatzeinbußen erlitten.