Der Hauptbahnhof Frankfurt aus der Ferne im Abendlicht.

Fernbahntunnel in Frankfurt, Regionaltangente West, Reaktivierung stillgelegter Strecken: Mit rund 20 Milliarden Euro soll das Schienennetz in Hessen ausgebaut werden. Auf die Pendler kommen größere baubedinge Verkehrsbehinderungen zu.

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hessenschau vom 06.02.2020
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Hessen baut sein Schienennetz massiv aus. Mit 20 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren diverse Bauprojekte in Angriff genommen werden. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sprach von einer Rekordinvestition, als er das Vorhaben am Donnerstag zusammen mit der Deutschen Bahn AG und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) vorstellte.

Al-Wazir: "Jahrzehnt der Schiene"

"Die 20er Jahre werden das Jahrzehnt der Schiene werden", versprach Al-Wazir. Früher sei immer nur geredet worden, jetzt werde gebaut. Für die Mobilität in Hessen sei das eine gute Nachricht. Der Minister räumte aber auch ein, dass die Projekte Zeit bräuchten.

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Die Projekte im Einzelnen

Eine Übersicht des Hessischen Verkehrsministeriums zu den geplanten Schienenprojekten finden Sie hier.

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Viele der Projekte finden im Rhein-Main-Gebiet statt. So gehören zu den Vorhaben die nordmainische S-Bahn von Hanau über Maintal nach Frankfurt, die Regionaltangente West mit Flughafenanbindung von Bad Homburg nach Neu-Isenburg und Dreieich sowie der Anschluss des Flughafen-Terminals 3 ans Schienennetz.

Stillgelegte Strecken sollen reaktiviert werden

Auch der ländliche Raum soll von den Plänen profitieren. Dort sollen wieder mehr Bahnen und Busse fahren, betonte Al-Wazir. In Mittelhessen sollen mit der Lumdatalbahn, der Horlofftalbahn und der Aartalbahn stillgelegte Strecken reaktiviert werden.

Im Fernverkehr ist der Neubau der Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim geplant, außerdem soll ein neuer Fernbahntunnel künftig zum Frankfurter Hauptbahnhof führen. Allein hierfür sind 3,5 Milliarden Euro veranschlagt.

Bund größter Geldgeber

Das Geld für die Vorhaben kommt mit 80 Prozent zum allergrößten Teil vom Bund. Das Land Hessen schießt 1,2 Milliarden Euro zu, der Rest kommt aus Mischfinanzierungen unter Beteiligung der Kommunen.

Begründet wurden die Pläne mit der notwendigen Verkehrswende zugunsten des Klimaschutzes sowie mit steigenden Fahrgastzahlen. Allein im vergangenen Jahr zählte der RMV nach Worten von Geschäftsführer Knut Ringat 855 Millionen Passagiere.

Behinderungen in den nächsten zehn Jahren

In den kommenden zehn Jahren werde diese Zahl um weitere 30 Prozent ansteigen. Man komme schon jetzt an Kapazitätsgrenzen. Der Ausbau werde auch 30 Prozent mehr Angebot schaffen, sagte Ringat.

Gleichzeitig stimmte er die Pendler auf baubedinge Verkehrsbehinderungen ein. "Die nächsten zehn Jahre werden nicht nur schön werden, aber danach wird es gut."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 06.02.2020, 19.30 Uhr