Mit diesem gigantischen Schneidrad wird der Tunnelbohrer bestückt.

Die Bahn ins Frankfurter Europaviertel kommt - wenn auch verspätet. Die Bauarbeiten für einen Tunnel der U-Bahnlinie 5 haben begonnen. Die Hauptrolle spielt dabei ein 580 Tonnen schwerer Bohrer.

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Zwei Jahre später als geplant startete am Montag der Baubeginn für den U-Bahntunnel ins Frankfurter Europaviertel. Beim "Andreh-Fest" wurde die 80 Meter lange Maschine in Betrieb genommen, die die Tunnelröhre bohren wird. Die U5 endet bisher am Hauptbahnhof.

Um den extra für den Tunnel angefertigten Riesen-Bohrer zu transportieren, braucht es laut der Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF acht Sondertransporte und 43 Lkw. Das gigantische Gerät ist 84 Meter lang, wiegt 580 Tonnen und besteht aus 150.000 Einzelteilen. Der Bohrer soll etwa fünf Meter am Tag zurücklegen. Laut Plan soll der Bau der zwei Röhren insgesamt zwölf Monate dauern.

100 Millionen Euro teurer

Der Bau wird für die Stadt deutlich teuerer als geplant: Die Mehrkosten dürften über 100 Millionen Euro liegen. Ursprünglich sollte die Verlängerung der U5 durch das Europaviertel mit vier Station 281,4 Millionen Euro kosten. Nun wird die Gesamtsumme auf 373,5 Millionen geschätzt.

Schadstoffbelasteter Boden, Funde von Weltkriegsbomben im Erdreich, allgemeine Preissteigerungen und weniger Förderung vom Bund als ursprünglich geplant sind laut Stadt einige der Gründe für die Kostenexplosion.

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Die finanzielle Dimension führte dazu, dass der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) schon im Januar erklärte: "Wir werden künftig, wo es möglich ist, zu oberirdischen Lösungen kommen." Tunnel solle es nur noch dort geben, wo es nicht anders geht.

Bauarbeiten bis 2024

Künftig soll die U5 das Europaviertel besser an das Nahverkehrsnetz der Stadt anschließen. Dafür wird die Linie um 2,7 Kilometer und vier Haltestellen verlängert - die erste davon, "Güterplatz", liegt noch unter der Erde, danach fährt die Bahn oberirdisch zu den übrigen Haltepunkten. Die Bauarbeiten sollen bisherigen Angaben zufolge bis ins Jahr 2024 dauern.

Zu den Kostenträgern gehören neben der Stadt das Land und der Bund. Nach Bergmannstradition soll am Montag die Vortriebsmaschine zunächst getauft werden. Auch eine Tunnelpatin gibt es, die ihr Amt antritt: Lotto-Fee Franziska Reichenbacher. Sie ist die irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau 26.08.2019, 19.30 Uhr