Baustelle an der S-Bahn-Station Gateway Gardens - Blick in die Station

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember bietet der Rhein-Main-Verkehrsverbund zusätzliche Verbindungen in Richtung Mannheim und in den Rheingau. Zudem bekommt Frankfurt eine neue S-Bahn-Station. Die ist vier Wochen vor der Eröffnung allerdings noch eine Baustelle.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found RMV stellt Fahrplanwechsel vor

Ein Regionalzug des RMV verlässt den Frankfurter Hauptbahnhof.
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Die Haltestelle Gateway Gardens ist das Prestigeobjekt des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) und Herzstück des neuen Fahrplans, den der RMV am Donnerstag vorgestellt hat. Die neue S-Bahn-Station zwischen dem Frankfurter Stadion und dem Regionalbahnhof des Flughafens soll am 15. Dezember in den Regelbetrieb übernommen werden.

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Bis dahin bleibt allerdings viel zu tun, denn die Station gleicht einen Monat vor dem Stichtag noch einer Baustelle. An den Rolltreppen werden die Stufen eingesetzt, Kabel müssen verlegt werden, die rund 5.000 Löcher für die Wandverkleidung sind auch noch in Arbeit. Doch bisher ist man beim RMV zuversichtlich, bis zum Fahrplanwechsel alle drängenden Probleme beseitigt zu haben.

Gelingt das, wird der Bau der neuen Station gut dreieinhalb Jahre gedauert haben. Das entspricht dem anvisierten Zeitplan. RMV-Chef Ringat sprach von einem "Paradebeispiel für eine schnelle Planung und einen schnellen Bau - und von einem Vorbild für alle weiteren Großprojekte". Die Kosten von rund 300 Mio Euro überschritten allerdings die ursprünglich veranschlagte Summe von 260 Mio Euro.

Verkürzung von 30 auf 10 Minuten

Im Gewerbegebiet Gateway Gardens sollen bis zum Jahr 2026 rund 18.000 Menschen arbeiten. Derzeit sind es erst um die 5.000. Bislang brauchen Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Frankfurter Hauptbahnhof aus etwa 30 Minuten bis zur ehemaligen US-Airbase – Umstieg inklusive. Künftig soll die direkte Fahrt nur noch 10 Minuten dauern.

Im Gegenzug verlängert sich die Fahrzeit zwischen Mainz, Wiesbaden und Frankfurt auf den Linien S8 und S9 durch den zusätzlichen Stopp um etwa vier Minuten. "Durch die neue Station kommen Fahrgäste im 15-Minuten-Takt und ohne Umstieg nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden", verkündete RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Er nannte den fertiggestellten Ausbau Teil des "größten Infrastrukturprojekts im RMV-Netz seit Jahrzehnten".

Mehr S-Bahnen, Züge und Busse

Als weitere Neuerungen im künftigen Fahrplan hob der RMV die höhere Taktung auf zahlreichen Verbindungen hervor. So sollen die S-Bahnen durch den Frankfurter Citytunnel fortan in den Stoßzeiten - von montags bis freitags zwischen 6 und 10 Uhr sowie von 15 bis 20 Uhr - im 15-Minuten-Takt verkehren. Die S6 fährt in den Wochenend-Nächten zudem durchgängig.

Auch die Zugverbindungen werden im neuen Fahrplan ausgeweitet. Die Regionalexpress-Strecke von Frankfurt über Darmstadt nach Mannheim soll stündlich bedient werden, von Darmstadt nach Mannheim geht es dann sogar im 30-Minuten-Takt. Zügiger kommen ab Mitte Dezember auch die Rheingau-Pendler an ihr Ziel. Sowohl Züge als auch das Busangebot werden ausgebaut.

Einzelne zusätzliche Fahrten sind zudem von Frankfurt nach Fulda, auf der Dreieich- und der Niddertalbahn sowie zwischen Wiesbaden und Niedernhausen geplant. In den Hauptverkehrszeiten sollen außerdem Busse den Bahnverkehr zwischen Kelkheim, Liederbach (Main-Taunus) und Frankfurt-Höchst entlasten. Schon im laufenden Jahr rechnet Ringat im RMV-Gebiet erstmals mit über 800 Millionen Fahrgästen.

Sendung: hr-iNFO, 14.11.2019, 12.00 Uhr