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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Autonomer Minibus nimmt Passagiere auf

Autonom fahrender Bus in Bad Soden-Salmünster: Pilotprojekt des RMV

Der RMV bringt autonom fahrende Shuttlebusse auf die Straße. Zum ersten Mal werden sie im regulären Verkehr Passagiere mitnehmen. Restlos verlässt sich der Verkehrsverbund aber noch nicht auf die Technik.

Um zu testen, was die digitale Technik dem Öffentlichen Nahverkehr bringen kann, hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gemeinsam mit Partnern ein Pilotprojekt zum autonomen Fahren in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) auf den Weg gebracht: Ein Minibus, der ohne Fahrer auskommt. Am Montag wurde der Shuttledienst öffentlich vorgestellt.

Der Bus mit dem Projektnamen "Easy" ("Electric Autonomous Shuttle for You") fährt in der osthessischen Stadt auf einer Teststrecke von 1,3 Kilometern Länge. Dort gab es bisher keine Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen - weil kein Angebot vorhanden war. An der Strecke liegen unter anderem eine Klinik, ein Parkplatz und die Spessart-Therme. Der Minibus ist mit höchstens elf Stundenkilometern unterwegs und fährt mit Ökostrom. Der Test läuft bis November.

Autonom fahrender Bus in Bad Soden-Salmünster: Pilotprojekt des RMV

Den Probebetrieb ohne Fahrgäste habe der Minibus schon bestanden, berichtete der RMV. Nun sollen auch Passagiere einsteigen können. Es ist das erste Mal in Hessen, dass ein autonomer Bus im regulären Straßenverkehr Fahrgäste mitnimmt.

Das Shuttle hat Platz für acht Fahrgäste, die sich setzen und anschnallen müssen - denn es ist so programmiert, dass es sofort bremst, wenn es ein Hindernis wahrnimmt. Beim Probebetrieb ohne Fahrgäste habe sich gezeigt, dass falsch parkende Autos und andere Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an Verkehrsregeln wie rechts vor links hielten, zu solchen Bremsungen führen, informierte der RMV.

Fahrten ohne Operator testweise in Frankfurt

Der Minibus könne bereits ohne Hilfe eines Menschen fahren, teilte der RMV mit. Weil das gesetzlich noch nicht geregelt sei, befinde sich aber ein sogenannter Operator an Bord, der notfalls eingreifen könne. Dazu steht ihm eine Art Joystick zur Verfügung. Fahrten ohne Operator sollen demnächst ohne Fahrgäste auf einer Teststrecke auf dem Gelände der Frankfurter Stadtbahn-Zentralwerkstatt ausprobiert werden.

Der RMV hatte autonome Shuttles mit Operator testweise schon andernorts im Einsatz, allerdings nicht im öffentlichen Straßenverkehr. So etwa am zwischenzeitlich für den Autoverkehr gesperrten Mainufer in Frankfurt und auf dem Gelände der Wiesbadener Helios-Kliniken sowie aktuell am Kloster Eberbach in Eltville (Rheingau-Taunus). Zum Mainufer kamen nach RMV-Angaben mehr als 25.000 Menschen, um "Easy" zu testen. Insgesamt verfügt der Verkehrsverbund über vier autonome Minibusse.

Bisher habe es keine Probleme oder Auffälligkeiten gegeben, sagte RMV-Geschäftsführer André Kavai. Denkbar sei der Einsatz autonomer Fahrzeuge langfristig in den Randzeiten am Morgen oder Abend sowie in ländlichen Gebieten, wo sie auf Verlangen (on demand) gebucht werden könnten. Dazu müssten sie allerdings schneller werden, sagte Kavai.

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