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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verschärfte Maskenpflicht im ÖPNV

Schild an Bus weist auf Maskenpflicht der Fahrgäste hin

Wer ab Samstag mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss eine medizinische Mund-Nase-Maske tragen. Die hessischen Verkehrsverbünde wollen den Fahrgästen zunächst entgegenkommen, Verstöße aber bald ahnden.

Derzeit bedecken viele Fahrgäste im Öffentlichen Nahverkehr Mund und Nase noch mit einem Schal, einem Tuch oder bunten selbst genähten Masken. Ab Samstag ist das nicht mehr erlaubt. Wer Bus und Bahn fahren will, muss eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske dabei haben.

Um das allen Fahrgästen zu ermöglichen, wollen die Verkehrsverbünde gratis FFP2-Masken verteilen. Das kündigten sie am Donnerstag an. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) bereitet Aktionen an den wichtigsten Haltepunkten im Norden vor. Beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geht es am Montagmorgen los: An der Frankfurter Hauptwache werden Mitarbeiter die ersten Gratismasken verteilen. Andere größere Stationen, Bahnhöfe und die Vertriebsstellen im Gebiet sollen folgen.

OP-Masken dauerhaft gratis

Der RMV hat nach eigenen Angaben mehrere Hunderttausend der verhältnismäßig teuren FFP2-Masken bestellt. Die Fahrgäste sollen sie zunächst kostenlos bekommen, doch müssen nach der Startphase dafür bezahlen. Der RMV will außerdem weiterhin die günstigeren OP-Masken verteilen. Sie soll es auch in Zukunft gratis geben.

Die Maskenpflicht wird streng kontrolliert, doch Bußgeld soll zum Start noch nicht verhängt werden. RMV und NVV haben eine Übergangsphase bis zum Ende des Monats angekündigt: Fahrgäste mit einer falschen Maske werden zunächst einmal ermahnt. Erst ab 1. Februar sollen bei Verstößen 50 Euro fällig werden. Maskenverweigerer müssen natürlich so wie bisher zahlen.

Auslastungsprognose bald in App

Außer auf Masken setzen die Verbünde in der Corona-Vorsorge vor allem auf Hygienemaßnahmen und das komplette Angebot an Bussen und Bahnen. Obwohl beim RMV im Moment 40 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs sind als vor der Pandemie, will der Verkehrsverbund den Fahrplan nicht ausdünnen, damit die Fahrgäste besser Abstand halten können.

Der RMV hat eine Auslastungsprognose für das Smartphone entwickelt, die anzeigt, wie voll Busse und Bahnen sind. Noch ist sie nur auf der Internetseite abrufbar. Ende Januar soll die Prognose auch in der RMV-App funktionieren.

RMV: Keine Handhabe für Sprechverbot

Länder wie Spanien haben in Bussen und Bahnen ein Sprechverbot verhängt, damit sich möglichst wenig Aerosole in den Fahrzeugen verteilen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hält diese Maßnahme für sinnvoll und empfiehlt, Gespräche und Telefonate in vollen Bahnen zu vermeiden.

Auch RMV-Chef Knut Ringat befürwortet diesen Vorschlag. Doch die Entscheidung für eine Umsetzung liege bei Bund und Ländern und sei in den aktuellen Beschlüssen nicht enthalten, sagte er am Donnerstag. Was den Vorschlag angeht, ob für Geimpfte weniger strenge Regeln gelten sollten, sagte Ringat: "Es wird keine Diskriminierung von Fahrgästen geben." Alle Regeln gälten für alle.

Sendung: hr-iNFO, 21.01.2021, 15 Uhr