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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Weiter keine Multifunktionsarena am Kaiserlei

Bild eines Modells einer neuen Multifunktionshalle, die für Offenbach in Planung ist.

Der Bau einer Multifunktionsarena für Frankfurt am Kaiserlei rückt in weite Ferne: Das Bieterkonsortium Langano hat offenbar einen Rückzieher gemacht. Der zuständige Sportdezernent spricht von einem "traurigen Tag für den Profisport in Frankfurt".

Eigentlich schien alles unter Dach und Fach. Am Montag wollte die Bietergruppe Langano ihr Angebot für die Multifunktionsarena am Kaiserlei abgeben. In Frankfurt ist jedoch bis zum Ablauf der Frist nichts eingegangen, wie die Stadt am Mittwoch in einer Mitteilung meldete.

Die beiden für das Verfahren zuständigen Stadträte Jan Schneider und Markus Frank (beide CDU), die in den vergangenen Monaten die Verhandlungen geführt haben, seien enttäuscht über das Vorgehen von Langano. Man warte jetzt eine Erklärung zu den Gründen ab.

Gespräche jetzt mit Wettberwerber

Dabei sei die Stadt nach intensiven Verhandlungen davon ausgegangen, dass sich das Projekt auf der Zielgeraden befinde. Eine Magistratsvorlage, mit der die beiden Dezernenten die Zustimmung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung für den Zuschlag an Langano einholen wollten, liege bereits zur Finalisierung mit dem finalen Angebot vor. Die Stadt wende sich jetzt dem zweiten Bieter zu, AEG Anschutz.

"Für den Profisport in Frankfurt ist es ein trauriger Tag", sagte Sportdezernent Frank, "denn nach jahrelangem Warten auf eine attraktive Wettkampfstätte, die nicht nur die Spielbedingungen, sondern auch die Vermarktungsbedingungen für die Sportarten Eishockey und Basketball steigern sollte, rückt die Realisierung des Projektes in weitere Ferne."

Auch Bau- und Immobiliendezernent Schneider zeigte sich enttäuscht: "Wir haben damit der Multifunktionsarena den Weg geebnet und ich bin deshalb enttäuscht, dass Langano auf die Abgabe eines Angebotes verzichtet hat."

Auf Landesbürgschaft verzichtet

Die Verhandlungen zwischen der Stadt und Langano hatten lange gedauert, weil die Bietergruppe eigentlich eine Landesbürgschaft haben wollte. Diese hätte die Stadt anteilig mit einer Rückbürgschaft absichern müssen. Dafür hätte es aber in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit gegeben. Im August hatte Langano dann überraschend doch darauf verzichtet.

Langano hatte bei der Ausschreibung für Bau, Finanzierung und Betrieb der Multifunktionsarena den Zuschlag als "erster Gesprächspartner" erhalten. Für das Konsortium hätten unter anderem die vereinsfreundlichen Konditionen für die Basketballer der Skyliners Frankfurt und den Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt gesprochen, so die Stadt. Geplant waren zudem Entertainment-Veranstaltungen wie Konzerte.

Sendung: hr3, 13.05.2020, 18.00 Uhr