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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bauern rechnen mit Spargel-Erntemenge wie 2020

Frisch geernteter hessischer Spargel in einem Transportkörbchen

Im südhessischen Bickenbach ist offiziell die Spargelsaison eröffnet worden. Weil die Gastronomie noch zu ist, setzen die Bauern ganz auf Direktmarketing. Coronabedingt kommt auch branchenfremdes Personal zum Einsatz, das derzeit wenig zu tun hat.

Die hessischen Spargelbauern haben am Donnerstag im südhessischen Bickenbach (Darmstadt-Dieburg) offiziell die Saison für das Edelgemüse in diesem Jahr eröffnet. Spargelkönigin Saskia I. stach für die Eröffnung auf einem Feld in der Gemeinde mit Krone, Schärpe und Arbeitshandschuhen erste Stangen.

Die Spargelernte beginnt in Deutschland normalerweise in der zweiten Aprilhälfte und dauert traditionell bis zum "Johannistag" am 24. Juni.

"Ich rechne mit einer guten Ernte, wenn das Wetter stimmt", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Der Preis für Premiumspargel werde sich voraussichtlich auf das Niveau der vergangenen Jahre einpendeln. Im Augenblick sei er allerdings noch ein wenig teurer. Für die ersten Stangen um Ostern lagen die Preise bei 17 bis 18 Euro für das Kilo.

Gastronomie fällt als Kunde weitgehend weg

Die Corona-Pandemie bereitet den Bauern weniger Kopfzerbrechen als in der vergangenen Saison. "Wir sind arbeitskräftemäßig gut versorgt", sagte Meinhardt. Im vergangenen Jahr seien zum Start die Grenzen dicht gemacht worden. Wegen der mangelnden Saisonarbeiter sei daher 30 Prozent weniger geerntet worden. Da nach wie vor die Gastronomie als Abnehmer ausfalle, hoffe man wieder auf ein gutes Geschäft in der Direktvermarktung.

Nach Angaben der Marketinggesellschaft "Gutes aus Hessen" gibt es landesweit Hunderte Stände, an denen das Gemüse und später auch Erdbeeren gekauft werden können. Coronabedingt sei das Verkaufspersonal hier auch aus anderen Branchen angeworben worden. So hat Meinhardt etwa mehrere Stewardessen, einen Tanzlehrer und einen Opernsänger an den Verkaufstresen - Menschen aus Berufen, die derzeit coronabedingt nicht arbeiten können.

Weniger Spargel im Corona-Jahr 2020

Der Anbau des Spargels laufe fast ausschließlich nur noch unter Folien, sagte Meinhardt. "Die Folie ist für die Spargelqualität gut, er ist milder und zarter." Zudem könne kein Unkraut wachsen und der Boden trockne nicht aus.

Dem hessischen Bauernverband zufolge gibt es in Hessen 120 Spargelbauern, deren Anbaufläche größer als ein halber Hektar ist. 2020 konnte auf 1.671 Hektar auch Spargel gestochen werden. Die Ernte lag im Land insgesamt bei 8.500 Tonnen, zwei Jahre zuvor waren es noch 10.900. In ganz Deutschland wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge im ersten Corona-Jahr 2020 knapp 117.600 Tonnen geerntet, zehn Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Sendung: hr 3, 08.04.2021, 14.00 Uhr