Karosserie "heiratet" Unterbau und Antriebsstrang: Endmontage im Opel-Werk
In Rüsselsheim sollen immer weniger Autos gebaut werden. Bild © Adam Opel AG

Schwache Nachfrage nach den Modellen Insignia und Zafira: Der Autobauer Opel erwägt einem Medienbericht zufolge für das Jahr 2019 offenbar Kurzarbeit in seinem Stammwerk in Rüsselsheim.

Beim Autobauer Opel in Rüsselsheim gibt es offenbar massive Überkapazitäten in der Produktion. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Unternehmenskreise. Die Rede ist von einem Personal-Überhang von 600 Mitarbeitern. Deshalb erwäge Opel für 2019 Kurzarbeit in seinem Stammwerk.

Grund dafür ist laut dem Bericht die schwache Nachfrage nach den Modellen Insignia und Zafira. Deswegen habe der Konzern die Produktionspläne für 2019 bereits um etwa 10.000 Einheiten gesenkt. Das Management denke entweder über Kurzarbeit nach oder die Umstellung von einem Zwei- auf einen Einschichtbetrieb.

"Handelsblatt" spekuliert über neues Modell

Ein Opel-Sprecher bezeichnete das gegenüber dem "Handelsblatt" jedoch als "reine Spekulationen". Opel passe demzufolge seine Produktionsplanung regelmäßig an die aktuellen Marktprognosen an.

Um die Situation zu entspannen, bräuchte es dringend ein neues Modell in Rüsselsheim, schreibt das "Handelsblatt" weiter. Dafür fehle bisher aber die Zusage des französischen Mutterkonzerns PSA.

Zuletzt hatte Opel diesen Herbst die Produktion zurückgefahren. Im Oktober war sie zeitweise ausgesetzt worden. Bereits im Sommer waren die Stückzahlen reduziert worden.

Konzernchef will Opel in schwarze Zahlen bringen

Opel hatte jahrelang Milliardenverluste eingefahren. Vor mehr als einem Jahr hatte der französische PSA-Konzern den Autobauer übernommen. Konzernchef Carlos Tavares will Opel zurück in die schwarzen Zahlen bringen. Die Strategie dazu lautet: Produktion senken und Kosten sparen.

Zu den Plänen gehört auch, rund 2.000 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums an die französische Firma Segula auszulagern. Eine Arbeitsplatzgarantie für Opel-Mitarbeiter läuft noch bis 2023.

Sendung: hr-iNFO, 17.12.2018, 18:00 Uhr