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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Amazon-Mitarbeiter streiken seit Montagfrüh

Pakete in einem Logistikzentrum

Beim Online-Versandhändler Amazon in Bad Hersfeld haben am Montag 250 von etwa 1.500 Mitarbeitern in der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Noch bis Samstag soll gestreikt werden.

Bis zu 15 Millionen Pakete werden in der Vorweihnachtszeit bundesweit verschickt. Wohlgemerkt: pro Tag. Mitten in dieser heißen Phase wird beim Online-Versandriesen Amazon in Bad Hersfeld mal wieder die Arbeit niederlegt.

"Aktuell streiken 250 Mitarbeiter der Frühschicht", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke am Montag. Am Morgen stehen ihrer Schätzung zufolge etwa 1.500 Mitarbeiter im Dienstplan. Die Gewerkschafterin rechnet mit einer Streikbeteiligung von 500 Mitarbeitern im Laufe des ganzen Tages. Laut Amazon wurde auch für die Standorte Leipzig und Koblenz zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Überstunden an Weihnachten an der Tagesordnung

Im seit sechs Jahren andauernden Tarifkonflikt rief die Gewerkschaft Verdi zu einem insgesamt sechstägigen Streik auf. In der umsatzstärksten Woche des Jahres sollen die Beschäftigten noch bis einschließlich Samstag für ihre Forderungen demonstrieren. Wegen vieler eigens engagierter Saisonkräfte rechnet selbst die Gewerkschaft jedoch nicht damit, dass es für Weihnachtspäckchen eng wird.

"Die Beschäftigten von Amazon finden nach wie vor, dass sie für ihre Arbeitsleistung einen zu geringen Verdienst erhalten", sagte Middeke bereits am Sonntag. Gerade im Weihnachtsgeschäft werde von den Mitarbeitern einiges abverlangt, Stress und Überstunden seien an der Tagesordnung.

Streik Amazon Bad Hersfeld

Verdi will mehr Weihnachtsgeld

Zudem fordert Verdi ein tarifliches Weihnachtsgeld für die Versandmitarbeiter in Höhe von gut 1.500 Euro. Amazon zahle lediglich 400 Euro. Die Aufnahme von Verhandlungen lehnt der Konzern strikt ab.

Der Streik beginnt mit der Nachtsschicht am Montag und wird bis zum Ende der Spätschicht am Samstag fortgesetzt. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass sich 400 bis 500 Beschäftigte an dem Streik beteiligen.

"Pakete kommen pünktlich an"

Allerdings dürfte Amazon wie schon in der Vergangenheit versuchen, die Auswirkungen mit Saisonarbeitskräften so gering wie möglich zu halten und die Bestellungen noch rechtzeitig zu bearbeiten. "Die Pakete kommen pünktlich an, denn der Großteil der Mitarbeiter kümmert sich ganz normal um Kundenbestellungen", sagte ein Sprecher des Konzerns am Sonntag.

In Bad Hersfeld steht eines von mittlerweile 13 deutschen Amazon-Logistikzentren. Zuletzt hatten die Beschäftigen bereits an den Schnäppchen-Tagen "Black Friday" und "Cyber Monday" Ende November und Anfang Dezember für bessere Bezahlung gestreikt.

Sendung: hr-iNFO, 16.12.2019, 7.20 Uhr